Die Bewerbung an der Macquarie University (MQ) sowie Bewerbungen an anderen australischen und neuseeländischen Hochschulen erfolgt nicht direkt über die Uni, sondern über das Institut Ranke-Heinemann. Sie übernehmen auch jeden Kontakt mit der Uni vor der Anreise in Australien.
Für die Bewerbung sind folgende Dokumente erforderlich
- Bewerbungsformular der MQ
- Bewerbungsformular von Ranke-Heinmann
- Motivationsschreiben mit Angaben, warum Bewerbung an der MQ
- internationales Transscript ausgefüllt von der Nordakademie
- Als Sprachnachweis ist ein DAAD-Test ausgefüllt von Frau Berger ausreichend (mit einem –b- in den 4 geprüften Bereichen) plus Englisch-Abiturnoten der letzten 4 Halbjahre mindestens 8 Punkte)
2. Vorbereitungen
2.1. Versicherung
Für die Dauer des Studiums wird man automatisch krankenversichert. Die Kosten muss man mit den Studiengebühren überweisen. Wenn man innerhalb Australiens reisen und einen umfangreicheren Schutz haben möchte, sollte zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden.
2.2. Visum
Das Visum kann man ganz einfach online beantragen sobald man die Zusage und Einschreibebestätigung von der Uni hat. Das Studentenvisum kostet 430 AUD und die Antwort erhält man innerhalb von 2 Tagen. Ich hatte meine Antwort nach weniger als einer halben Stunde.
2.3. Anreise und Gepäck
Nach Australien gibt es natürlich nur eine sinnvolle Art der Anreise und zwar mit dem Flugzeug. Ich bin mit British Airways über London geflogen, da dies von Hamburg die günstigste Variante war. Man kann von Frankfurt aus aber auch direkt nach Sydney fliegen.
Es ist auf alle Fälle ratsam so früh wie möglich zu buchen.
Was bei so einer langen Reise ein wenig nervig ist, dass man bei den Fluggesellschaften nur 20 bis 23kg Gepäck mitnehmen darf. Ein wenig schockiert war ich am Anfang von den doch sehr herbstlichen Temperaturen. Viele meiner deutschen Freunde haben den Fehler begangen und keine Jacke mitgenommen. Ich habe ein ziemlich kaltes Jahr für australische Verhältnisse erwischt. Im Juli und August war es durchaus üblich, dass es geregnet hat und die Temperaturen knapp unter 10° Celsius lagen.
Aber es gab auch reichlich Sonnentage. Wegen der starken UV-Strahlung ist es unabdingbar eine gute Sonnenbrille dabei zu haben.
Ansonsten kann man dort auch alles kaufen.
3. Unterkunft und Verpflegung
3.1. Unterkunft
Ich habe mich entschieden erst vor Ort nach einer Unterkunft zu suchen. Ich habe mich von Deutschland aus eine Wochen ins WakeUp Hostel direkt an der Central Station eingemietet.
Es ist zwar das teuerste Hostel in Sydney, aber auch das beste.
Man muss sich entscheiden, ob man bei der Uni wohnen will oder ein wenig Fahrerei auf sich nehmen möchte. Die Uni liegt nordwestlich von Sydney in North Ryde. Es gibt dort eine vollkommen überteuerte Studentenwohnanlage, in der fast nur Amerikaner leben. Ansonsten findet man auf dem Campus der Uni viele Aushänge von Leuten, die WG-Partner suchen.
Eine gute Anlaufstelle wenn man eine Unterkunft in North Ryde sucht ist auch das Office von der MQ.
Ich habe mich jedoch dagegen entschieden in North Ryde zu wohnen. Ich habe direkt im Zentrum von Sydney gewohnt und musste eine gute Dreiviertelstunde mit Bus oder Bahn zur Uni fahren. Freunde von mir haben auch bei den Stränden Manly oder Bondi gewohnt,
mussten dann jedoch ca. eineinhalb Stunden zur Uni fahren.
Sucht man eine private WG in einem der oben genannten Regionen, ist es zum einen ratsam einfach mal auf der Straße die Augen offen zu halten, da man an nahezu jedem Ampelpfahl eine Annonce findet.
Häufig werden Zimmer angeboten, die man sich mit einem oder zwei anderen teilen muss. In diesem Fall variieren die Preise von 60 bis 80 Euro die Woche. Will man ein Einzelzimmer haben, ist das Spektrum sehr groß und fängt bei ca. 90 Euro pro Woche an. Man muss sich wirklich erst einmal ein paar Wohnungen angeschaut haben. Ich war sehr schockiert in welch einem schlechten Zustand viele Häuser waren und dass es Wohnungen gab, in denen 8 Asiaten in drei Zimmer wohnten.
3.2. Verpflegung (Kosten)
Das Preisniveau ist dem deutschen sehr ähnlich. In den Supermärkten im Zentrum kann man 7 Tage die Woche bis 24 Uhr einkaufen gehen. In den Randgebieten sind die Öffnungszeiten kürzer.
4. Hochschule
4.1. Einschreibung
Wenn die Bewerbung angenommen und die Studiengebühren überwiesen wurden, ist man automatisch an der Hochschule eingeschrieben.
4.2. Belegung von Lehrveranstaltungen
Maximal kann man in einem Semester an der MQ vier Fächer besuchen. Mit der Bewerbung muss man schon vier Fächer angeben, die man besuchen möchte. Die Kurswahl wird dann intern geprüft und man bekommt per Email Rückmeldung, ob man diese Fächer besuchen kann, oder ob die Voraussetzungen fehlen. Werden nicht alle Fächer genehmigt, kann man wiederum per Email ein anderes Fach wählen, oder man wartet bis man vor Ort ist.
Am Einführungstag wird einem dann gesagt wie man Fächer noch umwählen kann, oder neue hinzufügt, sofern man nicht genug hat. Die MQ stellt nur die Anforderung, dass man drei Fächer wählt, die Nordakademie verlangt von uns jedoch die Belegung von vier Fächern.
4.3. Empfehlenswerte Lehrveranstaltungen
BBA111 Organisational Behaviour
Dieses Fach wird vom Fachbereich Psychologie angeboten. Inhaltlich konzentriert es sich um Umgang miteinander innerhalb eines Unternehmens. Besonders wird darauf eingegangen, wie man sich als Führungskraft zu verhalten hat. Viele Dinge, die man dort lernt sind common sense, aber einiges wurde mir in der Vorlesung klarer.
Die Veranstaltung besteht aus einer zweistündigen Vorlesung und einem einstündigem Tutorium.
Zu den Prüfungsleistungen gehören:
- Anwesenheit und Mitarbeit in den Tutorien (5%),
- Einsammeln von 5 Fragebögen (5%),
- Gruppenvortrag im Tutorium (10%),
- einstündiger Midsemestertest – 70 Multiple Choice Fragen (20%),
- Hausarbeit zur Auswertung der Fragebögen (25%),
- finales Examen – 130 Multiple Choice Fragen (35%).
ISYS 227 Requirements Analysis and System Design
Dieses Fach ist nur für Wirtschaftsinformatiker interessant. Es werden die Themen Analyse und Design von Software sowohl für den prozeduralen als auch für den objektorientierten Ansatz behandelt.
Die Veranstaltung besteht aus drei einstündigen Vorlesungen, einem einstündigem Tutorium und einem einstündigem Praktikum.
Zu den Prüfungsleistungen gehören
- die Anwesenheit bei den Tutorien (10%),
- eine Hausarbeit über den prozeduralen Teil (14%),
- eine Hausarbeit über den objektorientierten Teil (16%) und
- das finale Examen (60%).
4.4. Nicht zu empfehlende Lehrveranstaltungen
BBA 102 Organisational Principles
Dieses Fach kann man sehr gut mit ABWL vergleichen. Es hilft um das englische Fachvokabular ein wenig besser kennenzulernen und das ABWL-Wissen aufzufrischen. Die Vorlesungen sind jedoch ziemlich langweilig und eigentlich kann man sich das Wissen auch vollständig aus dem Lehrbuch erarbeiten.
Die Veranstaltung besteht aus einer zweistündigen Vorlesung und einem einstündigem Tutorium.
Zu den Prüfungsleistungen gehören:
- Gruppenvortrag im Tutorium (15%),
- einstündiger Midsemestertest – 40 Multiple Choice Fragen (25%),
- Hausarbeit in der Gruppe (25%),
- finales Examen (40%)
BBA 216 Business Communication Skills
Von diesem Fach habe ich mir auch mehr versprochen als es mir wirklich gebracht hat. Es wird sich vor allem auf die schriftliche Kommunikation konzentriert. Teilweise waren mir die Inhalte jedoch zu detailliert, da in einer Stunde beispielsweise Subjekt, Prädikat und Objekt erklärt wurden.
Die Veranstaltung besteht aus einer zweistündigen Vorlesung und einem einstündigem Tutorium alle zwei Wochen.
Zu den Prüfungsleistungen gehören:
- Gruppenvortrag im Tutorium (35%),
- Schreiben einer Zusammenfassung (10%),
- Schreiben eines Vergleich zweier Jahresberichte (20%),
- finales Examen (40%) – Die Fragen wurden vorher bekannt gegeben.
4.5. Bibliothek & EDV-Anlagen
Es gibt auf dem Campus eine Bibliothek, die ich jedoch nur wegen der EDV-Anlagen benutzt habe. Wenn man nicht als Informatiker eingeschrieben ist, kann man nur in der Bibliothek einen PC mit Internetzugang benutzen. Dort gibt es einen großen Raum mit ca. 100 PCs. Zu Stoßzeiten muss man dann schon mal eine Weile anstehen. Ist man mindestens in einen Informatikkurs eingeschrieben, bekommt man Zugangsdaten um die Computer im Informatikgebäude zu verwenden.
Leider gibt es auch nicht sehr viele Plätze wo man seinen eigenen Laptop mit WLAN nutzen kann. Hotspots findet man in der Bibliothek, im Foodcourt und im Informatikgebäude, doch leider ist die Anzahl an Steckdosen auch sehr begrenzt.
4.6. Mensa
Eine Mensa im typischen Sinn gibt es dort nicht. Wenn man auf dem Campus essen möchte geht man in den dortigen Foodcourt, wo man zwischen Sandwiches, Sushi, Thailändisch, bChinesisch, Burgern und Gebäck wählen kann. Die Preise sind dort leider auch gar nicht mensatypisch, sondern eher denen in Einkaufszentren angepasst.
Wünscht man sich zum Mittag eine größere Abwechslung muss man 10 min zum Foodcourt des Macquarie Einkaufszentrum laufen.
4.7. Sport und andere Freizeitangebote
Ich selbst habe das Sportangebot der Uni nicht genutzt. Es gibt jedoch ein Fitnesscenter, einen Golfübungsplatz und es werden auch Ballsportarten angeboten. In den ersten Tagen gibt es auf dem Campus einige Infostände wo man sich darüber genauer erkundigen kann.
4.8. Studentenrabatte
Gleich in den ersten Tagen sollte man sich im SAM (steht für Students At Macquarie) Office eine SAM-Karte holen. Damit bekommt man auf dem Campus und im Macquarie Center einige Dinge günstiger.
Da ich als Study Abroad Student und nicht als ein Exchangestudent an die MQ gegangen bin, habe ich leider keine Rabatte für die öffentlichen Verkehrsmittel bekommen. Das war ziemlich nervig, weil ich so jede Woche 40 AUD für eine Bus- und Bahnfahrkarte bezahlen musste.
5. Kontaktmöglichkeiten
5.1. Innerhalb der Hochschule
Man findet an der MQ sehr schnell Kontakt zu anderen Deutschen. Dies wird auch noch dadurch gefördert, dass in den ersten Wochen ein „Deutscher Abend“ veranstaltet wird, wo man eigentlich Kontakt zu Australiern knüpfen soll, die Deutsch lernen. Aber da ca. 80 % der Leute Deutsche sind, ist das schwierig...
Für neue Studis gibt es ein Mentorenprogramm, wo man einen australischen Studenten zugeteilt bekommt, der einen in den ersten Wochen unterstützt. Dies sollte man auf alle Fälle wahr nehmen, denn es bietet die ersten Kontakte.
Ansonsten sollte man in den Tutorien versuchen in eine nette Arbeitsgruppe zu kommen um dann auch noch weiterhin mit den Leuten Kontakt pflegen zu können.
5.2. Außerhalb der Hochschule
Die meisten Freunde, die ich außerhalb der Hochschule hatte, habe ich über meine WG Mitbewohner kennengelernt. Was auch gar kein Problem war, war eine organisierte Tour alleine zu machen, denn das ist in Australien ganz normal und man lernt immer viele nette Leute aus aller Welt kennen.
6. Was man gesehen und getan haben sollte
6.1. Öffentliche Verkehrsmittel
Das öffentliche Verkehrsnetz in Sydney ist vergleichbar mit dem in Hamburg. Es gibt Bus,City Rail und Fähren, die zum öffentlichen Nahverkehrsnetz zählen. Die Fahrkarten sindjedoch ziemlich teuer. Da ich als Study Abroad Student keine Studentenrabatte bekommen habe, musste ich wie bereits oben erwähnt pro Woche gut 40 AUD bezahlen.
6.2. Fortbewegungsmöglichkeiten innerhalb des Landes
Wenn man schon einmal in Australien ist, sollte man sich nach dem Semester auch Zeit zum Reisen nehmen. Ich bin während des Midsemesterbreaks ins Outback gereist. Was ich sehr empfehlen kann zu bereisen:
- Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark
- Kakadunationalpark
- Ostküste (besonders: Whitsundays, Fraser Island)
Es empfiehlt sich weite Strecken innerhalb Australiens zu fliegen, da man sonst ewig unterwegs ist. Ansonsten kann man eine der vielen Busunternehmen (z.B. Greyhound) buchen um oft bereiste Strecken (z.B. Ostküste) zu erkunden. Der Vorteil ist, dass man dort unterwegs immer aussteigen kann und sich auch die kleinen Orte anschauen kann. Nur sind einige Strecken sehr lang und man ist die ganze Nacht unterwegs.
Im Outback empfiehlt es sich eine organisierte Tour zu machen. Die Guides wissen, welche Stellen sehenswert sind und die Unterkunft sowie die Verpflegung sind gesichert.
7. Resümee
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man viel zu viel Kontakt zu anderen Deutschen schließt. Wenn man dort hin fährt, sollte man wirklich versuchen so viele Einheimische oder andere internationale Studenten kennenzulernen wie man kann. Ich hatte wirklich viel Spaß mit den Leuten aus meiner internationalen WG und es war ne geniale Erfahrung mal zu sehen, wie Leute aus anderen Kulturen leben.
Mit der Macquarie University war ich nicht so zufrieden. Ich denke an der UTS wird mehr für internationale Studenten getan und die Lage mitten im Zentrum ist auch nicht zu schlagen.
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