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Kopenhagen - Copenhagen Business School - 2006

Erfahrungsberichte von Studierenden, die in Schweden ihr Auslandssemester absolviert haben

Kopenhagen - Copenhagen Business School - 2006

Beitragvon Adam Dubielecki am Fr 11. Jan 2008, 10:30

1. Infos zum Bewerbungsverfahren
Das Bewerbungsverfahren an der Copenhagen Business School war relativ einfach.
Zudem helfen die netten Leute aus dem International Office bei jeder Frage gern und
vor allem schnell weiter.
Aus dem Internet druckt man sich die Bewerbungsunterlagen aus und schickt diese
per Post an die CBS. In den Unterlagen wählt man sowohl Kurse als auch eine
Unterkunft. Dazu später jedoch mehr. Hat alles geklappt, sendet die CBS einem alle
wichtigen Unterlagen zu.


2. Vorbereitungen
Meine Vorbereitung verlief nicht ganz optimal. Da mir von der CBS kein Platz im
Studentenwohnheim zugeteilt worden ist (Studenten über ERASMUS haben
Vorrang, also geht davon aus, dass Ihr auch keinen Platz bekommt!) war ich ca. 1
Monat vor meinem Reiseantritt in Kopenhagen, um mir eine Wohnung zu suchen.
Das hat auch geklappt, leider wurde mir diese ZWEI Tage bevor alles losgehen sollte
aus sehr fadenscheinigen Gründen wieder abgesagt.
Es hieß also erst mal ab in eine ganz gruselige Jugendherberge und von dort aus auf
Wohnungssuche gehen. Da viele andere ausländische Studenten das genau so
machen, war es schwer, ein Bett in einer Jugendherberge zu finden. Darum solltet Ihr
euch also frühzeitig kümmern!

2.1 Versicherungen
Ich habe eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Zudem
muss man sich aber in Dänemark registrieren lassen und ist darüber
krankenversichert. Wie das exakt läuft, zum Beispiel, ob man Kosten in Deutschland
erstattet bekommt, weiß ich allerdings nicht, da ich nie zum Arzt musste.

2.2 Visum (Beantragungsdauer, -ort)
Im Zuge der Registrierung beantragt man auch eine Aufenthaltsgenehmigung.
Hierbei wird man von der CBS allerdings sehr unterstützt. Das bedeutet, man muss
nicht zwangsläufig zum Amt, sondern die Personen vom Amt kommen ins
International Office und füllen die Anträge zusammen mit den Studenten aus. Alles
ist also herrlich unkompliziert.

2.3 Gepäck (Hinweise auf Wetter)
Das Wetter ist in Kopenhagen nicht viel anders als bei uns in Norddeutschland. Ich
habe noch einen sehr warmen Spätsommer mitbekommen bin zum Glück die ganze
Zeit über von Schnee und Eis verschont geblieben. Auf gelegentlichen Regen muss
man sich aber natürlich einstellen.

2.4 Anreise (Flugzeug, Auto, Bahn, etc)
Ich bin mit dem Auto angereist. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder mit der
Fähre über Fehmarn (knapp 50 Euro pro Überfahrt) oder über das Festland und über
die Brücke. Da die Überfahrt Maut kostet, ist der Unterschied meiner Meinung nach
nicht allzu groß. Ich rate aber davon ab, das eigene Auto mitzunehmen. Erstens
braucht man es in Kopenhagen nicht, zweitens kann man in der Stadt nicht umsonst
parken. Es gibt verschiedene Zonen, für die man ja nach Innenstadtnähe eine Art
„Dauerparkschein“ kaufen und ins Auto kleben muss.
Eine weitere Möglichkeit ist ein regelmäßig zwischen Hamburg und Kopenhagen
verkehrender Reisebus. Eine Tour dauert etwa fünf Stunden und kostet je nach
Reisetag in etwa 50 Euro.


3. Unterkunft und Verpflegung
3.1 Unterkunft
Da wir Studenten der Nordakademie ziemlich sicher keine Unterkunft zugeteilt bekommen, muss man sich
privat etwas suchen, was nicht das Einfachste ist. Sehr empfehlen kann ich hierbei
die Homepage der CBS. Dort stellen Studenten oftmals Annoncen hinein, da sich
dänische Studierenden oftmals keine Wohnung allein leisten können und somit
Untermieter aufnehmen. In Zeitungen gibt es in der Regel nicht mal
Wohnungsannoncen, da Wohnungen in Kopenhagen so begehrt sind, dass diese
sofort „unter der Hand“ weiter gegeben werden.
Ich habe also bei einer dänischen Studentin gewohnt, die auch an der CBS studiert.
Wir haben uns eine Wohnung geteilt, in der jeder ein eigenes, circa 15 qm großes
Zimmer hatte. Gekostet hat das Zimmer 550 Euro monatlich, was in Kopenhagen
absolut normal ist. Die Zimmer in den Wohnheimen sind auch kaum günstiger.

3.2 Verpflegung
Lebensmittel sind Dänemark kaum teuerer als in Deutschland. Alkohol ist da
natürlich die Ausnahme. Bier und Wein sind noch mit dem Studentenbudget zu
vereinbaren, bei Hochprozentigem sieht das allerdings ganz anders aus.


4. Hochschule
Um es kurz auf den Punkt zu bringen: Die CBS ist ein wirklich großartige
Hochschule. Das geht vom International Office, über die Einrichtung und die
Infrastruktur bis hin zu den Lehrveranstaltungen.

4.1 Einschreibung
Für die Einschreibung ist eigentlich ein TOEFL-Test notwendig. Wenn man keinen
gemacht hat, sollte man ganz freundlich nachfragen, ob die von Frau Berger erstellte
Bescheinigung über die eigenen Englischkenntnisse ausreichend ist. Ich habe noch
das Empfehlungsschreiben von Prof. Tamm beigelegt und wurde so problemlos
akzeptiert.

4.2 Belegung von Lehrveranstaltungen
Die von Deutschland aus gewählten Kurse sind vor Ort noch ganz schnell und
unkompliziert zu tauschen. Man kann sich die Kurse problemlos 1-2 Wochen
anschauen und dann immer noch in einen anderen Kurs wechseln.
Allgemein ist zu sagen, dass das Studieren anders ist als an der Nordakademie. Man hat
relativ wenig Vorlesungen, muss dafür aber viel zu Hause und mit Arbeitsgruppen
machen. Man muss definitiv die ein oder andere Stunde zum Lesen einplanen, um
den Vorlesungen folgen zu können.

4.3 Empfehlenswerte Lehrveranstaltungen
Ich habe vier Kurse an der CBS belegt:
Business Strategy war der einzige Kurs mit einer 4-stündigen Open Book-Klausur.
Der Dozent gestaltete die Vorlesungen nicht unbedingt sehr spannend, man lernt
aber sehr viele nützliche und praxisnahe Tools und Strategien.
Management Accounting war sehr stark von Case Studies und Gruppenarbeiten
geprägt was die Vorlesungen zusammen mit dem äußerst netten Dozenten sehr
angenehm gemacht hat.
Human Ressource Management war sehr durch abstrakte Theorie geprägt, aber
dennoch interessant und dahingehend nützlich, dass man lernt, Dinge auch mal aus
anderen Blickwinkeln zu betrachten.
Der vierte Kurs war Financial Management. Gerade für Einsteiger im Bereich des
Kapitalmarktes sehr zu empfehlen, da sowohl über Aktien und Anleihen als auch
über Unternehmensbewertungen gesprochen wird. Der Dozent ist ein ehemaliger
Finanzvorstand, der kurze und prägnante Antworten weitaus mehr schätzt als ewiges
Geschwafel. Wenn man sich also an gewisse Regeln hält, kommt man super mit ihm
klar.
In den letzten drei Kursen bestand das Examen aus einer in einer Arbeitsgruppe
geschriebenen Semesterarbeit sowie einer mündlichen Prüfung über eben diese und
über den sonstigen Kursinhalt am Ende des Semesters. Die Gruppen bestehen in
der Regel aus 4-5 Personen und es ist oftmals obligatorisch, dass in diesen
mindestens drei Nationen vertreten sein müssen. Durch die Semesterarbeiten ist der
Arbeitsaufwand aber angenehm über das Semester verteilt und man lernt eher
kontinuierlich als direkt vor den Examen.
Interessanterweise war das Schreiben der Projekte nicht das Anstrengendste,
sondern eher die Koordination dessen. Es war definitiv eine andere Erfahrung, so
viele verschiedene Menschen und dementsprechend unterschiedliche
Arbeitsauffassungen unter einen Hut zu bringen.

4.3 Bibliothek
Die Bibliothek ist sehr umfangreich und das Ausleihen geht schnell und einfach. Es
ist möglich online nach Literatur zu suchen und die Verfügbarkeit zu prüfen.
Allgemein läuft wirklich alles online an der CBS. Dozenten kommunizieren
ausschließlich per E-Mail, für jede Vorlesung gibt es virtuelle Arbeitsräume, in die
Unterlagen gestellt werden, und in denen alle sonstigen Informationen verfügbar
sind. Zudem können sich alle Arbeits- und Examsgruppen eigene Laufwerke
einrichten, was die gesamte Kommunikation sowie Datenaustausch extrem
vereinfacht.

4.4 Mensa
Die Mensa ist gut, leider allerdings recht teuer. Da man aber von den
Vorlesungszeiten eher wenig Zeit in der Uni direkt verbringt, ist man nicht auf die
Mensa angewiesen.

4.5 Sport und andere Freizeitangebote
Die Uni hat ein eigene Fitnessstudios. Die Benutzung kostet um die 20 Euro im
Monat. Es gibt sowohl ein ganz gut ausgestattetes Studio mit Maschinen und
Hanteln, in dem sich größtenteils Männer aufhielten, als auch einen Cardiobereich
mit Kursen, wo sich eher die Damenwelt tummelte.
Außerdem habe ich noch in der Uni-Fußballmannschaft gespielt. Es wird ein Mal
wöchentlich trainiert und am Wochenende finden Punktspiele in einer Freizeitliga (in
etwa Kreisklassenniveau) gegen andere Mannschaften statt.
Ab Herbst wird ein Mal die Woche in der Halle gekickt.

4.6 Kontaktmöglichkeiten
Schon allein durch die Arbeitsgruppen lernt man sehr viele Leute kennen. Des
Weitern werden für die ausländischen Studenten andauernd irgendwelche Aktivitäten
wie Themenabende, Brauereibesichtigungen und natürlich sehr regelmäßig Parties
angeboten, wo man einfach zwangsläufig eine Menge Leute kennen lernt.


5. Was man gesehen und getan haben sollte
Kopenhagen ist meiner Meinung nach eine sehr hübsche und vor allem coole Stadt
mit einem besonderen Flair. Deshalb kann man gut durch die sehr große und vielfältige
Einkaufsstraße bummeln und sich an den sehr modebewussten Dänen die neusten
Trends angucken.
Pflicht ist natürlich ein Besuch im Tivoli, dem ältesten Vergnügungspark Europas.
Ebenso muss man natürlich die kleine Meerjungfrau gesehen haben. Hierzu
empfehle ich eine Kanalrundfahrten.
Wer mal etwas ganz anderes sehen möchte, muss nach Christiania, dem Freistaat
mitten in Kopenhagen. Hier findet man Leute, die sich eher abseits der „Norm“
befinden. Einfach hinfahren und anschauen!

5.1 Öffentliche Verkehrsmittel
Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in Kopenhagen gut und man kommt schnell
überall hin.
Aber das Nonplusultra ist das Fahrrad. Kopenhagen ist eine absolute Fahrradstadt,
in der es neben der Straße und dem Fußweg überall extra Fahrradwege gibt. Es gibt
definitiv kein günstigeres und schnelleres Fortbewegungsmittel!
Man muss sich allerdings an den rasanten Fahrstil der Dänen gewöhnen und ohne
entsprechende Verhaltensweisen, zum Beispiel beim Anhalten, erntet man viele
Böse Blicke.
Ihr solltet euch also möglichst ein Fahrrad mitbringen. Ansonsten kann man aber
auch an jeder Ecke gebrauchte Fahrräder kaufen. Wichtig: Vergleichen lohnt sich
und wer kann, sollte einen Dänen fragen, ob er oder sie beim Kauf helfen kann.
Sonst bezahlt man als ausländischer Student schnell zu viel Geld.


6. Sonstiges
Negativ sind leider die Preise für viele Dinge in Dänemark. So kosten die Bücher für
die Kurse um die 75 Euro pro Buch (versucht auf der Homepage der CBS
gebrauchte Bücher zu bekommen!) und ein Bier in der Kneipe kann auch gut und
gern mal fünf Euro kosten.


7. Fazit
Mein Auslandssemester hat mir wirklich sehr gut gefallen, da ich sowohl die Uni als
auch die Stadt super fand. Ich denke auch, dass in Kopenhagen für jeden etwas
dabei ist. Entweder hängt man sich an die vielen Austauschstudenten (ca. 800 pro
Semester!) und kann in den Wohnheimen oder wo auch immer feiern bis der Arzt
kommt oder man kann sich aufs Studieren konzentrieren.
Negativ ist leider die aktuelle Umrechnung der dänischen Noten ins deutsche
System, welche meinen Notenschnitt doch unter den erhofften sinken ließ. Das
System in Dänemark soll aber geändert werden. Ich weiß leider nicht wann.

Da nicht alle Artikel ständig auf Vollständigkeit und Korrektheit überprüft werden können, gibt es hierfür keine Garantie. Solltet ihr über tote Links oder E-Mail Adressen stolpern, bitte kurze Info an uns, dann können diese angepasst oder entfernt werden.
Modus: "Rock my Life!" - ...du bestimmt was du bist...und was du wirst!
Adam Dubielecki
 
Beiträge: 46
Registriert: Di 20. Nov 2007, 13:34
Hochschule: FH Nordakademie in Elmshorn
Auslandssemester in: Cape Town
Auslandssemester an: University of Cape Town

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