1.1. Versicherungen
Abgesehen von einer normalen Auslandsreisenkrankenversicherung, die aber nicht unbedingt Schutz für die drei Monate bot, da diese normalerweise nur kürzere Zeiträume abdecken und der Mitnahme eines Auslandskrankenscheins E111, habe ich keine besondere Versicherung abgeschlossen.
1.2. Anreise
Ich selbst bin mit dem Flugzeug angereist. Lufthansa und Air France fliegen mehrfach täglich von Hamburg nach Paris. Vom örtlichen Flughafen kommt man unkompliziert mit Bahn (RER) oder Air France Bus in das Stadtzentrum. Eine Anreise bzw. Mitnahme des Autos halte ich für weniger empfehlenswert, da aufgrund der Verkehrs- und Parkplatzsituation die öffentlichen Verkehrsmittel (Metro und Bus) meiner Meinung nach bequemer sind.
2. Unterkunft
2.1. Unterkunftssuche
Die Unterkunftssuche war der schwierigste Teil der Vorbereitung, da die EBS über kein eigenes Wohnheim o.ä.. verfügt und der Wohnungs-/ Zimmermarkt gerade zu Semesterbeginn im Herbst sehr überlaufen ist, die Mieten – wie das ganze Leben in Paris - im Allgemeinen recht teuer sind, der gewünschte Zeitraum von drei Monaten den meisten Vermietern zu kurz ist und man natürlich aus der „Ferne“ eine Unterkunft suchen muss.
Trotz allem sollte man sich nicht entmutigen lassen. Ich persönlich habe vielleicht etwas zu lange nach einer eher idealen Unterkunft gesucht was Lage und Preis angeht, dann aber nach einer zweiwöchigen Übergangsphase in einer Jugendherberge auch eine recht schöne Unterkunft gefunden. Von der EBS bekommt man ein „dossier de logement“ mit einigen Adressen zu Verfügung gestellt. Hier noch ein paar – vielleicht hilfreiche – Internetadressen zur Unterkunftssuche:
http://www.easyexpat.com/forum/index_fr_6.htm - Hier habe ich schlussendlich mein Appartement gefunden
http://www.avendrealouer.fr/index.html - Kleinanzeigenseite
http://www.fusac.org - Ein englischsprachiges Kleinanzeigenheft, dass in ganz Paris verteilt wird, die Angebote schienen aber immer recht teuer
http://www.parislogement.com - Kleinanzeigenseite
http://www.appartement.org - Kleinanzeigenseite
http://www.crous-paris.fr - „Studentenwerk“ der Stadt Paris, guter Einstieg in die Unterkunftssuche
http://www.gestrim-campus.com - Ein privater Anbieter mit einigen Wohnheimen in und um Paris
http://www.colocation.fr - Seite zur WG-Suche
http://www.appartager.com - WGs und Zimmer
http://www.droitsdesjeunes.gouv.fr - Hier findet sich auch eine Seite mit rechtlichen Aspekten, wie Mietvertrag, Kaution etc.
2.2. Wohngeld/CAF
Hat man in Paris eine Wohnung oder ein Zimmer in einem Studentenwohnheim gemietet, in günstigen Fällen auch wenn man ein Zimmer in einer WG hat, besteht die Möglichkeit von der Stadt Paris Wohngeld von der sogenannten caisse d’allocation familial (CAF) zu beantragen, dass meiner Erfahrung nach je nach Miete zw. 100 und 160 € pro Monat betragen kann. Für den Antrag ist eine französische Kontoverbindung notwendig. Ich habe wie die meisten unserer Kommilitonen ein Konto bei der société générale in der Nähe der EBS eröffnet, da diese spezielle Konditionen für EBS Studenten hatten. Den Antrag für das CAF kann man dann bequem im Internet ausfüllen (http://www.caf.fr) und vorab berechnen lassen, ausdrucken, vom Vermieter unterschreiben lassen und dann an das Amt schicken.
Das CAF wird übrigens nur für „volle“ Monate gezahlt, deshalb darauf achten dass auf der Bestätigung des Vermieters, die zum Antrag gehört auf jeden Fall der Monatserste oder besser ein Tag des Vormonates als Beginn der Vermietung genannt wird. Als europäische Staatsbürger reicht als Aufenthaltsbestätigung (carte de séjour), die ebenfalls dem Antrag beizufügen ist, eine Kopie des Personalausweises.
3. Hochschule
3.1. Allgemeines
Die EBS Paris (http://www.ebs-paris.com) ist Teil eines europäischen Netzwerkes privater Hochschulen der Betriebswirtschaftslehre. Die Studenten der EBS verbringen dabei ihr drittes Jahr in zwei verschiedenen Partnerhochschulen, die jeweils für die Auslandsstudenten ein festes Programm anbieten, an dem auch die Stundenten von der Nordakademie teilnehmen, d.h. man ist in diesen Kursen auch nur mit nicht-französischen Studenten zusammen, was aber kein Problem darstellt, weil man sich in der Regel und darauf sollte man achten, dann auch auf die Verständigungssprache Französisch einigt.
3.2. Einschreibung
Die Einschreibung an der EBS Paris ist eher unkompliziert. Über die dortige Ansprechpartnerin, Frau Kempen
Karin Kempen
Tel: +33 1 40 71 37 25
Fax: +33 1 40 71 37 00
karin.kempen@ebs-paris.com
kann man das Formular zur Einschreibung anfordern, dass man dann zusammen mit Anschreiben und Lebenslauf an Frau Kempen zurückschickt.
3.3. Belegung von Lehrveranstaltungen
Für die „normalen“ Studierenden an der EBS ist das Programm fest vorgegeben und besteht zunächst aus einem zweiwöchigen Französisch Intensivkurs und dem sich anschließenden elfwöchigen Semester mit folgenden Vorlesungen und einem begleitenden Französischkurs.
institutions/culture - Politische System Frankreichs, Besonderheiten der neueren französischen Geschichte und Kultur
économie financière - Veränderungen im Bankensystem Frankreichs und auf den Finanzmärkten im Allgemeinen
Marketing - Allgemeine Marketing Grundlagen und Besonderheiten in Frankreich
Finance - Budgetierung
droit social - Sozialrecht (Arbeitsverträge, Sozialleistungen etc.), Sozialversicherung
économie générale - VWL mit starkem Fokus auf Finanz- und Aktienmärkte
Da wir keine Verpflichtungen hinsichtlich Klausuren etc. haben, kann man die Teilnahme eher flexibel sehen und die Teilnahme an den jeweiligen Kursen mit Frau Kempen vor Ort absprechen.
Parallel zu diesen Veranstaltungen ist von den Studenten das projet export zu bearbeiten:
Hier ist in international gemischten (sprich hauptsächlich Deutsch/Spanisch) Kleingruppen ein Konzept zur Markteinführung eines Produktes auf den französischen Markt entwickelt werden. Für uns von der NAK ist die Teilnahme natürlich freiwillig. Darüber hinaus besteht für uns Studenten von der Nordakademie die Möglichkeit Kurse
aus dem 4. Jahr zu belegen.
3.4. Bibliothek
Die EBS verfügt über eine eigene, eher kleine Bibliothek, die ich jedoch nicht weiter verwendet habe. Sollte man tatsächlich eine Bibliothek zum Nachschlagen oder Arbeiten benötigen, so sollte man eine der öffentlichen Bibliotheken nutzen, hier sind besonders die im Centre Pompidou (kostenlos) und die bibliothèque nationale (15€/Jahr) empfehlenswert. In beiden besteht auch die Möglichkeit kostenlos das Internet zu nutzen jedoch mit sehr restriktiven Nutzungsrichtlinien (eigentlich keine eMails).
3.5. EDV –Anlagen (Internet)
Im Gebäude, genauer im Keller der EBS befinden sich zwei Computerräume mit je ca.12 Arbeitsplätzen, die leider recht häufig belegt sind. Auch kann sich die Ausstattung nicht mit der z.B. der Nordakademie messen; so verfügen die Studenten beispielsweise über keine eigenen Accounts. Das wichtigste ist wohl der vorhandene Zugang zum Internet, gerade wenn man über keinen eigenen in der jeweiligen Unterkunft verfügt.
3.6. Mensa
Die EBS verfügt über eine kleine Cafeteria, in der verschiedene Sorten von Sandwiches etc. angeboten werden. In der näheren Umgebung finden sich auch weitere Möglichkeiten (eine Art Pizzeria, ein Supermarkt). Weiterhin besteht die Möglichkeit mit dem Studentenausweis der EBS in den Mensen des CROUS Paris (Studentenwerk) zu essen, die ein Mittagsmenu anbieten. Das nächste CROUS befindet sich jedoch in einiger Entfernung von der EBS (mit der Metro ca. 20 min, Station Mabillon).
3.7. Sport und andere Freizeitangebote
Einen Überblick über das Sport- und Freizeitangebot kann man auf der Seite des bureau des eleves (http://www.bdeebs.com) nachlesen. Der BDE organisierte auch verschiedenen Partys und Fahrten, sowie besondere Angebote für die Auslandsstudenten; in unserem Fall eine Bootsfahrt mit anschließender Weinrobe, einen Ausflug nach Reims und ein gemeinsames Abschlussessen.
3.8. Studentenrabatte
Mit dem Studentenausweis der EBS erhält man einen allgemein anerkannten Studentenausweis erhält man verschiedene Rabatte, hervorzuheben sind die CROUS (siehe 3.6), Kino und Eintritte zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten.
4. Was man gesehen und getan haben sollte
4.1. Sehenswürdigkeiten
Da Paris eben das politische, kulturelle und wirtschaftlichen Zentrum Frankreichs ist, findet sich jede Menge lohnender Sehenswürdigkeiten, die weit über das allseits bekannte, wie Versailles, Eiffelturm, Louvre, Invalides, Champs-Elysées, Centre Pompidou etc. hinausgehen, aber in Reiseführern gut beschrieben sind, weshalb ich mich hier auf einige Besonderheiten konzentrieren möchte, von denen ich erst dort erfahren habe oder als besonders beeindruckend empfand:
- Museen: Nocturnes, Erster Sonntag im Monat
Einige Museen haben an – wie in anderen Städten auch - ein oder zwei Tagen in der Woche abends bis ca. 21h geöffnet. Ich habe dies für den Louvre zweimal in Anspruch genommen und kann es nur weiterempfehlen, da nach 18/19h man nur noch mit wenigen Personen im Museum; in einigen Räumen ist man auch schon in der Gruppe zusammen mit den Museumsangestellten alleine in einen Raum, was einen ganz anderes Erlebnis, gerade in den großen Räume des Louvre ermöglicht.
Am ersten Sonntag im Monat ist darüber hinaus in allen öffentlichen Museen und Anlagen der Eintritt frei; hier empfiehlt sich zum Beispiel ein Ausflug nach Versailles. - Paris bei Nacht
Auf jeden Fall sollte man einmal – damit lässt sich in der Regel auch nach einem Discobesuch gleich das Geld für das Taxi sparen – Paris bei Nacht durchqueren.
Gerade die Gegend rund um den Louvre ist zu dieser Zeit einfach beeindruckend. - Marais
Den ältesten Teil der Stadt Paris fand ich in den Stadtführern doch immer etwas vernachlässigt. Hier finden sich jedoch auf kleinen Raum recht viele Sehenswürdigkeiten, Museen, Bars, Cafés etc.
4.2. Freizeit
Hier noch einige Hinweise zu weiteren Freizeitangeboten:
- Nightlife: Bars/Discos/etc.
Finden sich ausreichend in Paris, auch hier sind die Kosten (wie bei Unterkunft etc.) wieder deutlich höher als in Deutschland. „Hotspots“ sind die Gegend rund um den Champs-Elysées, an der Bastille und bei St.Michel/Quartier Latin. - Kino
Die meisten Kinos finden sich auf dem Champs-Elysees und am Gare Montparnasse, weitere auch um den Place d’Italie. Aktuelle Filme und Zeiten finden sich unter http://www.allocine.fr. Es gibt so gut wie nie feste Plätze, dafür aber eigentlich immer Studentenrabatte. - Aktuelle Veranstaltungen
Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen finden sich in den Zeitungen metro und 20 minutes die morgens kostenlos an den Metrostationen verteilt werden, sowie in den scopes verschiedener Zeitungen, wie z.B. der figaroscope.
5. Fazit
Abschließend kann ich ein Auslandssemester im Allgemeinen und natürlich in Paris im Speziellen nur empfehlen. Ich denke, man hat damit im (Studien-)leben damit eine einmalige Chance ein anderes Land, Kultur und jede Menge Leute aus verschiedenen Ländern kennen zu lernen.
Für Fragen stehe ich natürlich immer gerne – am besten per eMail an ckalweit@web.de - zur Verfügung.
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