"Dieser Erfahrungsbericht wurde von einem FH Nordakademie Studenten geschrieben. Die EBS Paris ist Partnerhochschule. Somit sind die Infos zum Bewerbungsverfahren irrelevant."
1. Infos zum Bewerbungsverfahren
Das Bewerbungsverfahren ist relativ einfach gehalten, da die EBS eine Partnerschule der Nordakademie ist. Alle die zur EBS wollten mussten sich vorab bei dem Auslandsamt anmelden, welches sich dann mit der Hochschule in Verbindung setzt und klärt, ob ausreichend Plätze zur Verfügung gestellt werden können. Danach musste ich dann, um mich offiziell an der EBS zu bewerben, ein Motivationsschreiben und einen Lebenslauf auf Französisch an Herrn John Leader schicken.
2. Vorbereitungen
2.1 Versicherungen
Ich habe lediglich eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, die alle Kosten übernimmt, die im europäischem Ausland zusätzlich entstehen können. Wenn man in Frankreich zum Arzt geht, dann muss man für die Untersuchung direkt bezahlen und bekommt das Geld später zurückerstattet. Es soll noch andere Varianten geben, deswegen würde ich es empfehlen sich einmal mit seiner Krankenkasse in Verbindung zu setzten.
2.2 Visum (Beantragungsdauer, -ort)
Innerhalb der EU ist für Deutsche kein Visum nötig.
2.3 Gepäck (Hinweise auf Wetter)
Das Wetter in Paris ist mit dem in Hamburg vergleichbar, in der Regel nur einige Grad wärmer. Wenn es regnet, dann nur kurz und heftig. Es regnet selten den ganzen Tag lang.
2.4 Anreise (Flugzeug, Auto, Bahn, etc)
Für den Hinweg habe ich den Flieger gewählt, da ich einen günstigen Hinflug bekommen hatte. Was man jedoch bedenken sollte ist, dass man jedes Kilo über dem Standardgepäck von 20Kilo einen Aufpreis von ca. 7€ pro Kilo bezahlen muss. Alles in allem hat mich der Hinweg somit knapp 100,-€ gekostet (Strecke Dortmund- Paris CDG), was noch im Rahmen liegt. Die Rückreise habe ich mit dem Zug bestritten (Paris Gare du Nord- Dortmund Hbf). Der Vorteil ist, dass man soviel mitnehmen kann, wie man gerade noch tragen kann und das man super günstig von A nach B kommt. Es liegt aber auf der Hand, dass man weniger komfortabel unterwegs ist, da man meistens umsteigen muss.
Man sollte hier auch auf Sonderangebote von der Bahn achten, da es für nur 29,-€ mit dem Nachtzug von Paris nach Hamburg gehen kann. Wichtig ist hier aber, dass man sich früh genug darum kümmert.
3. Unterkunft und Verpflegung
3.1 Unterkunft (verschiedene Möglichkeiten mit Wertung)
Eine Unterkunft in Paris zu finden ist nicht leicht und meist sehr teuer (300-XXX€/Monat, je nach Lage, Größe und Zustand). Die EBS hilft einem in dem sie eine Liste mit Vermietern zur Verfügung stellt, wo schon einmal Studenten untergekommen sind. Leider war ich relativ spät dran, so dass alle Zimmer der Liste schon vermietet waren. Plätze in Studentenwohnheimen sind in der Regel Monate im Voraus ausgebucht. Es gibt auch die Möglichkeit in einer Gastfamilie zu leben, da ich diese Möglichkeit nicht genutzt habe kann ich nur auf das Internet verweisen, wo man Organisationen finden kann die Gastfamilien vermitteln.
Es empfiehlt sich generell rechtzeitig mit der Wohnungssuche anzufangen. Im Internet findet man zahlreiche Seiten, die einem helfen können. Hier meine Top 3: http://www.pap.fr und http://www.seloger.fr, und http://www.fusac.fr, wo ich meine Unterkunft gefunden habe. Hier inserieren Privatleute, die auch für kurze Zeit vermieten oder ein Ferienappartement auch gern für längere Zeit vermieten. Ich würde es anraten, ein Appartement im Zentrum der Stadt zu suchen, da man so alles schnell und einfach erreichen kann.
Wenn man etwas mehr Geld übrig hat kann man auch einen der vielen Makleragenturen in Paris einspannen eine Wohnung zu finden. Hier muss man allerdings mit einer Courtage von ca. 300-800€ rechnen.
Was man auch nicht vergessen sollte ist, dass man meistens als Kaution 2-3 Monatsmieten hinterlegen muss.
Ich habe es aber so gemacht, dass ich mir für die ersten Wochen ein Bett in einem Hostel genommen habe und mich vor Ort auf die Suche gemacht. In dem Hostel hat man ebenfalls die Möglichkeit viele Leute kennen zu lernen und erste Kontakte in der großen Stadt zu knüpfen. Ich habe letzten Endes mit zwei NAK- Kommilitonen ein kleines Appartement direkt im Zentrum gefunden, dass für Paris geradezu günstig war. Wir mussten 1230€ für 45m² bezahlen inklusive aller Nebenkosten.
3.2 Verpflegung (Kosten)
Das gesamte Leben in Paris ist relativ teuer. Das billigste ist natürlich selbst zu kochen, was dann auch nicht wesentlich teuer als in Deutschland ist. Ansonsten sind meiner Meinung nach Sandwichs (3-4€) oder Studenten-Kantinen die günstigste Art zu essen. Man sollte mindestens 300€/Monat einkalkulieren, wobei man dafür auch wirklich sparsam leben muss.
4. Hochschule
4.1 Belegung von Lehrveranstaltungen
Die ersten zwei Wochen bestehen aus einem Französisch-Intensivkurs, danach geht das eigentliche Semester los. Welche Kurse man belegen möchte entscheidet man vor Ort. Als NAK- Student ist man im Gegensatz zu den anderen EBS- Studenten nicht verpflichtet alle Kurse zu belegen und kann also einige aus dem Stundenplan streichen. (Ziel sollte es allerdings sein, neben dem Sprachkurs, mindestens 4 Fachkurse oder 20 ECTS- Punkte zu belegen.)
4.2 Empfehlenswerte Lehrveranstaltungen/4.3 Nicht zu empfehlende Lehrveranstaltungen
Das „projet export“ ist der Schwerpunkt des ganzen Semesters, alle anderen Kurse arbeiten darauf zu und am Abschluss des Semesters muss man sein Projekt schriftlich und verbal vorstellen. In dem Projekt arbeitet man mindestens zu viert. Meine Gruppe bestand aus zwei Spanierinnen, einer Französin und mir.
Alle Veranstaltungen, die ich besucht habe, haben irgendwie Spaß gebracht und mir auch neues gezeigt. Also einfach alles belegen, was interessant klingt.
4.4 Bibliothek
Die Bibliothek an der EBS ist vernachlässigbar klein. Ich habe mir während des Semesters nicht ein Buch ausgeliehen.
4.5 EDV –Anlagen (Internet)
Die EBS verfügt über zwei Computerräume mit jeweils ca. 10 PCs, die für die Studenten frei verfügbar sind, wenn gerade keine Vorlesung dort stattfindet. Die Rechner sind nicht besonders schnell, reichen aber für normale Arbeit und Internetnutzung vollkommen aus.
4.6 Mensa
Man kann in der Cafeteria der EBS Sandwichs, Croissants, Schokoriegel und Getränke kaufen. Die Preise sind eher gesalzen aber noch tragbar eine Dose Cola kostet 1,-€ und ein Baguette mit Schinken, Käse und Salat kostet 3- 4€. Eine Mensa mit richtigen Gerichten gibt es nicht.
4.7 Sport und andere Freizeitangebote
Das „Bureau des Elèves“ (BDE) hat ein gewisses Angebot an Sport und Freizeit-Beschäftigungen, die ich allerdings nicht genutzt habe. Man muss allerdings um an dem Sportprogramm teilzunehmen eine ärztliche Bescheinigung vorlegen, dass man Sport machen darf.
4.8 Studentenrabatte
Mit dem französischen Studentenausweis bekommt man sehr viele Vergünstigungen (Museen, Restaurants, Kino, etc.), die aber von Ort zu Ort sehr verschieden sind. Für Metro und Busse gibt es leider nur einen Jahreskartenrabatt.
5. Kontaktmöglichkeiten
5.1 Innerhalb der Hochschule
Vom BDE werden während des Semesters einige Parties und andere Veranstaltungen organisiert, die man sich nicht entgehen lassen sollte, da man dort die französischen Studenten kennen lernen kann. Dennoch ist es nicht ganz einfach viele Franzosen an der EBS kennen zu lernen, da man im Jahrgang nur mit Ausländern (Spaniern) zusammen ist.
5.2 Außerhalb der Hochschule
Es empfiehlt sich auf jeden fall einen Sport zu machen oder sich irgendwie anders zu integrieren. Im Vergleich zu einem Semester an der NAK hat man sehr viel mehr Zeit für Freizeitaktivitäten und diese sollte man nutzen um die Franzosen besser kennen zu lernen.
6. Was man gesehen und getan haben sollte
Paris ist einmalig und es gibt viel zu viel zu sehen. Ein Reiseführer kann einem schon einmal die ganzen Sehenswürdigkeiten näher bringen und für das Nachtleben empfehle ich die Internetseiten http://www.parisbouge.com oder http://www.d-clubs.com, wo man sich eine Party nach seinem Geschmack aussuchen kann. Die Viertel die man gesehen haben sollte sind das Marais, und die Viertel rund um die Bastille und der Champs Elysées. Was mir besonders gut gefallen hat sind die Bootparties auf der Seine; Die Getränke sind günstig und man kann super schnell Kontakte knüpfen.
6.1 Öffentliche Verkehrsmittel
Mit der Metro (und RER) kommt man innerhalb von Paris einfach und überall hin. Betriebsschluss ist kurz nach 1Uhr (soll allerdings bald am Wochenende auf 2Uhr verschoben werden), wonach man auf die Nachtbusse angewiesen ist. Wenn man zentral wohnt ist dies kein Problem, wenn man weiter außerhalb wohnt kommt man damit aber nicht weit und ist dann auf ein Taxi angewiesen.
Die Monatskarte kostet je nach Anzahl der benötigten Zonen 40-100€. In der Regel sollten aber zwei Zonen ausreichen (52,50€). Dafür muss man sich zuerst eine kostenlose „Carte Orange“ holen, die man problemlos an einem Metroschalter bekommt. Es ist ebenfalls sinnvoll sich sofort einen NAVIGO- Antrag mitzunehmen, da man mit dieser moderneren Version der „Carte Orange“ einfach an den Kontrollautomaten vorbeigehen kann ohne jedes mal seinen Monatsschnipsel herausholen zu müssen. Notwendig für die beiden Karten sind zwei Passbilder.
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