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Saint-Nazaire - IUT de Saint-Nazaire - 2005

Erfahrungsberichte von Studierenden, die in Frankreich ihr Auslandssemester absolviert haben

Saint-Nazaire - IUT de Saint-Nazaire - 2005

Beitragvon Adam Dubielecki am Fr 11. Jan 2008, 17:15

Vorbereitungen
Meine gesamte Vorbereitung lief in Zusammenarbeit mit der sehr hilfsbereiten Frau Prost ab, die mir alle Unterlagen zuschickte. Für die Hochschule (IUT) musste ich wenig Unterlagen einreichen. Für den Platz im Studentenwohnheim hingegen war ein ganzer Stapel Unterlagen notwendig, angefangen von den letzten Kontoauszügen eines „Verantwortlichen“, Wohnnachweise (oder: Telefonrechnung) in Deutschland etc.
Ich bin mit dem Nachtzug nach Frankreich gefahren, da ich mein Fahrrad im Bus nicht hätte mitnehmen können und kein Auto besitze. Abgesehen von dem Wechsel des Bahnhofs in Paris, der eine gewisse Herausforderung für mich mit dem vielen Gepäck darstellte, kann ich die Anreise per Zug empfehlen.


Unterkunft und Verpflegung
Wie gesagt verbrachte ich die gesamten 4 Monate im Wohnheim, das praktischerweise direkt neben der Hochschule und direkt neben der Mensa liegt. Mit etwas über 120 Euro pro Monat wohnt man dort auch wirklich günstig, aber wie in den letzten Jahren bereits berichtet, nicht besonders schön. Wer sich aber an den fast dauerhaften Lärmpegel (oder den regelmäßigen Einsatz von Ohropax) gewöhnen kann, weiß die Nähe zur Uni, zum Sportprogramm, zu einigen Mitstudenten etc. schnell zu schätzen.
Aufgrund der Küche im Wohnheim, die diesen Namen kaum verdient, habe ich 2 mal täglich in der Mensa gegessen. Der Geschmack ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, insgesamt ist das Essen aber wirklich gut und mit 2,70 Euro für 4 Gänge (ein Gang lässt sich netterweise auch durch ein Glas Wein ersetzten...) sehr günstig. Ansonsten sind die Verpflegungskosten (wobei der Wein natürlich zur Grundverpflegung gehört) in Frankreich etwas höher, da die Franzosen einfach gerne viel Geld für gutes Essen ausgeben und das zumindest mich auch angesteckt hat.


Hochschule
Ich nahm an dem Studiengang „Technique de Commercialisation Licence Pro“ teil, der für Absolventen technischer Studiengänge gedacht ist, die jetzt noch innerhalb eines Jahres einen „Crashkurs“ BWL belegen wollen. Einen Großteil der Zeit wird daher auch mit Fächern wie Verhandlungstechnik, Marktanalyse oder Marketing verbracht – also genau die richtigen Fächern, um die Fremdsprache zu lernen. Der Unterricht ist auch sehr verschult, was einem die Integration in die Gruppe sehr erleichtert. Die Vorlesungen beginnen zumeist um 9 und enden zwischen 15 und 18 Uhr.
Es gibt einigermaßen gut ausgestattete Computerräume mit Internetanschluss sowie eine Bibliothek, in der auch Zeitschriften ausgeliehen werden können.


Freizeitprogramm
An Freizeitangeboten bietet Saint-Nazaire trotz der geringen Größe und die Region erstaunlicherweise sehr viel. Das Nachtleben des IUT, die so genannten Tonus finden fast alle im Nachbarort Pornichet oder La Baule statt. Aber auch ohne eigenes Auto findet sich fast immer eine Fahrmöglichkeit dorthin. Zumeist traf sich unsere Klasse direkt nach den Vorlesungen privat um dann später nach dem einen oder anderen Bier und etwas herzhaftem in die Bar oder Disko zu gehen.
Die Franzosen mögen es generell sehr gerne, sich abends zum gemeinsamen Kochen zu treffen – notfalls eben morgens um halb 7 nach der durchgefeierten Nacht. Auch unter dem Aspekt des Sprachenlernens sind diese Abende wirklich sehr sehr empfehlenswert.
Bei den häufigen kulinarischen Höhepunkten muss das Sportprogramm aber gezwungenermaßen auch angepasst werden. Dies ist auch sehr einfach möglich. Unter der Woche wird gelegentlich von der Hochschule (Schwimmen, Badminton, Volleyball, Rugby u.A.) angeboten. Aber auch sonst ist es sehr einfach, in Saint-Nazaire einem Verein beizutreten. Marcel (der 2. Deutsche Austausch“student“) zum Beispiel war von dem Tennisverein in Pornichet sehr begeistert; ich konnte günstig beim örtlichen Triathlonverein mittrainieren. Unbürokratisch geht es manchmal sogar in Frankreich...
Zumindest im September und Oktober bieten die schönen Strände in und um Saint-Nazaire auch tolle Möglichkeiten, die Freizeit zu verbringen.
Dank der TGV-Anbindung ist die Großstadt Nantes, die wirklich den einen oder anderen Besuch wert ist, auch in 30 Minuten zu erreichen.
Kleiner Tipp: Wochenends ist die sympathische Bar La Terrasse in Pornichet sehr zu empfehlen, als Deutscher bekommt man dank der netten Bedienung auch mehr als einen Cocktail aufs Haus.


Fazit
Wie wohl ersichtlich wurde, hatte ich eine tolle Zeit in Frankreich und habe auch bereits wieder Urlaub eingereicht, um die Region und die Mitstudenten zu besuchen. Für ein Auslandsaufenthalt, bei dem man wirklich die französische Sprache und Kultur pur kennen lernen will, ist das beschauliche Saint-Nazaire perfekt. Wie Katja und Julia im letzten Jahr schon schrieben:
„Die Menschen dort sind unwahrscheinlich freundlich und hilfsbereit, sodass wir uns sehr wohl gefühlt haben“


Da nicht alle Artikel ständig auf Vollständigkeit und Korrektheit überprüft werden können, gibt es hierfür keine Garantie. Solltet ihr über tote Links oder E-Mail Adressen stolpern, bitte kurze Info an uns, dann können diese angepasst oder entfernt werden.
Modus: "Rock my Life!" - ...du bestimmt was du bist...und was du wirst!
Adam Dubielecki
 
Beiträge: 46
Registriert: Di 20. Nov 2007, 13:34
Hochschule: FH Nordakademie in Elmshorn
Auslandssemester in: Cape Town
Auslandssemester an: University of Cape Town

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