1. Es geht los!! Was braucht man?
Versicherungen
Generell ist man bei der Techniker Krankenkasse über die Europäische Krankenversicherung versichert; man hat jedoch nur eine begrenzte Anzahl Ärzte zur Auswahl, die man angeblich in Verzeichnissen in Postämtern nachgucken kann. Ansonsten nimmt einen in akuten Fällen natürlich auch jedes NHS auf.
Wenn man auf Nummer sicher gehen will, macht eine VISA Gold über die Deutsche Bank zusätzlich Sinn, da dort 90 Tage Auslandskrankenversicherung (und noch andere wie z.B. Mietwagenversicherung etc.) beinhaltet sind, was auch eine freie Arztwahl beinhaltet.
Visum?
Wen wundert's - für Deutsche ist in England kein Visum nötig. EU, also einfach mit dem Personalausweis hinreisen. Übrigens: in England besteht keine Ausweispflicht, zum Weggehen abends reicht ein Führerschein / eine Student ID völlig. Wir wurden sowieso nie gefragt.
Gepäck (Wetter?)
London hat wahnsinnig gutes Wetter. Man denkt zwar immer, es sei verregnetes, englisches Regenwetter, aber London liegt in etwa auf der Höhe von Madrid und hat somit deutlich wärmeres (und trockeneres!) Wetter als Hamburg. Also schon einmal Sommerkleidung mitbringen. Ab November/Dezember wird es dann natürlich auch kälter, aber wir hatten nie unter 0 Grad.
Problem: die U-Bahnen. In den Schächten staut sich die Hitze des Sommers, und es kühlt wirklich erst ab Dezember dort unten ab. Das heißt: Irgendwas anziehen, was man in der U-Bahn schnell wieder ausziehen kann. Im Sommer werden es dort bis zu 40 Grad!
Anreise (Flugzeug, Auto, Bahn?)
Flugzeug ist einfach und schnell. Seit es Billigflieger wie Germanwings gibt, kommt man sehr günstig nach London. Es gibt 4 Flughäfen: Heathrow, Stansted, Gatwick und City. Ab Hamburg kann man mit British Airways nach Heathrow fliegen (sehr günstig, teilweise günstiger als Germanwings! http://www.ba.com; ab Heathrow mit der U-Bahn ca. 30min in die Stadt), mit Germanwings kommt man nach Gatwick (mit dem Zug ca. 40 min nach Victoria), ab Lübeck geht s mit Ryanair natürlich nach Stansted (Stansted Express ca. 45min nach Liverpool Street) und mit Lufthansa o.ä. gibt es auch Flüge nach London City kleiner Stadtflughafen, hier landen nur Regional Jets; meist teurer aber man ist wahnsinnig schnell in der Stadt: 20 min).
Heathrow ist wahrscheinlich die günstigste Variante, da das U-Bahn-Ticket nur wenige Pfund kostet (Stansted Express one-way 10 GBP über Ryanair).
2. Unterkunft und Verpflegung
Unterkunft (Wohnheim? Shared Appartment?)
Entgegen der Aussagen älterer Jahrgänge haben wir ein Zimmer im Studentenwohnheim bekommen! Es war allerdings ein ziemliches Chaos, und wir haben erst 2 Wochen vor Abflug Bescheid bekommen, aber es hat geklappt.
Hierzu schreibt man am besten die aktuelle Betreuerin an der Uni an, die einem dann mitteilen wird, wann das Formular online sein wird (http://www.wmin.ac.uk). Das Formular dann möglichst schnell ausfüllen und abschicken, first come first serve. Und dann warten... entweder man bekommt Post mit einer Zusage oder eben einer Absage.
Es gibt verschiedene Wohnheime an der University of Westminster (=Hall of Residence). Marylebone Campus soll seit Jahren renoviert werden und ist daher nicht zu empfehlen, weil es einfach nur unschön ist. Die zwei besten sind wohl das International House (U-Bahn Lambeth North, man kann direkt mit der Bakerloo Line zum Marylebone Campus fahren) und das Wigram House (U-Bahn Victoria, 10min zur Uni mit 1x umsteigen, direkt am Buckingham Palace und viele viele Busse, Läden und Supermärkte!). Der Standard ist leider sehr niedrig für das Geld was man bezahlt (ca. 80 GBP pro Woche, also ca. 120 ), aber DAS ist London.... auch die, die sich eine Wohnung gemietet haben, haben für das Geld längst nicht so zentral gewohnt wie wir. Also wenn es geht Wohnheim versuchen! Bei unseren beiden Halls of Residence wurden Bad und Küche 1x pro Woche geputzt, im Wigram House sogar noch häufiger. Mehr als das eigene Zimmer gilt es also nicht sauber zu halten.
Verpflegung (Essen aus dem Supermarkt und Essen gehen)
Essen ist vergleichsweise teuer in London, da man auf die Supermärkte im näheren Umkreis angewiesen ist. Sainsbury's steht für gute Qualität, v.a. beim Convenience Food (Fertigessen, das man in die Mikrowelle steckt ein riesiger Markt in England und es schmeckt deutlich besser als in Deutschland!). Waitrose und Marks&Spencer sind vergleichbar mit dem Alsterhaus. Hall of Residence: Wigram House
Essen gehen lohnt sich vor allem in Chinatown (nähe Leicester Square), hier zahlt man wenig (ca. 5 GBP) und bekommt leckeres asiatisches Essen. Auch bieten Wetherspoon's Pubs Burger/Mealdeals (ca. 5 GBP) an, die qualitativ gut sind; dienstags ist außerdem BBQ night.
3. Die University of Westminster, Business School
Einschreibung
Zu aller erst muss man sich den Bewerbungsbogen für European Study Abroad aus dem Internet runterladen.
Nachdem man das alles schön ausgefüllt und abgeschickt hat (inkl. eines Transcripts von Noten, das man von Fr. Andersen bekommt), sollte man irgendwann per Post eine Zusage bekommen. Von uns wurde übrigens jeder angenommen, der sich beworben hatte.
Danach wählt man dann seine Kurse hierbei muss man sich für einen Campus entscheiden: Marylebone Campus (direkt in der Innenstadt, U-Bahn Baker Street, ca. 2min zur Oxford Street) oder Harrow Campus (nord-westlich von London, Zone 2, ca. 40min in die Innenstadt). Marylebone ist gleichzeitig die Business School, also sollte man definitiv dort seine Kurse wählen.
Belegung von Lehrveranstaltungen
Insgesamt soll man 4 Kurse wählen, wobei einem das Undergraduate Office empfiehlt, nicht nur 3.- Jahreskurse zu wählen. Trotzdem muss man bedenken, dass die anderen Studenten in 1.-Jahreskursen gerade erst mit der Uni anfangen, also noch relativ chaotisch und vor allem jung sind. 3.-Jahreskurse hingegen sind anspruchsvoller und man lernt deutlich mehr; am wichtigsten ist aber wohl dass die anderen Studenten etwa im gleichen Alter sind wie wir.
Empfehlenswerte Lehrveranstaltungen
Für die Richtung Marketing sind International Marketing (viele ausländische Studenten, so dass
man sehr schnell viele Leute kennenlernt) und Marketing Management & Strategy (ebenfalls viele ausländische Studenten, aber vor allem Dozenten aus der Praxis) sehr empfehlenswert.
International Accounting
ist ebenfalls interessant und gibt einen Überblick über Rechnungslegung in diversen Ländern, Introduction to Accounting & Finance ist spannend da man Bilanzen vertieft ananlysiert, aber auch sehr verwirrend, da die Engländer anders buchen als wir.
Bibliothek
Die Bibliothek befindet sich auf dem Marylebone Campus und ist sehr gut ausgestattet. Vor allem findet man hier auch sämtliche Bücher, die man für die Kurse braucht (mit wenigen Ausnahmen), so dass man sich die Bücher nicht alle kaufen muss. Geht man gleich am Anfang des Semesters in die Bibliothek, kann man sich die Bücher meist länger ausleihen (es gibt ein bestimmtes Kontingent an 3-Wochen-Ausleihe Büchern, danach nur noch 1 Woche bzw. nur zur Ansicht).
EDV Anlagen (Internet)
Im letzten Jahr wurden gerade neue EDV-Räume eingerichtet, so dass man nun jederzeit Zugriff auf einen PC hat. Man bekommt am Begrüßungstag einen Login, so dass man dann jederzeit kostenlos in der Uni online gehen kann. Lediglich das Drucken kostet 5p pro Seite.
Mensa
Es gibt Salate, Sandwiches, Baguettes, Nudeln, Suppe und viele frittierte Dinge. Preislich eher höher im Vergleich zu Tesco o.ä.
Tipp: in der Verbindungsstraße zwischen Baker Street und Oxford Street sind viele Coffee-shops (Caffe Nero, Costa, Starbucks) und vor allem ein Tesco.
Sport und andere Freizeitangebote
Am Regent Campus (Regent Street) gibt es seit letztem Jahr ein Fitnessstudio, das gut ausgerüstet sein soll und nicht all zu teuer ist. Des weiteren werden viele Sportkurse angeboten (Hockey, Fußball....), zu denen es in den ersten Tagen ein Treffen gibt. Wir haben aber leider nichts von dem treffen gewusst.... also Ohren offen halten!
Studentenrabatte
Angeblich braucht man unbedingt eine sog. NUS-Card um Studentenrabatte zu erhalten. Für manche Läden mag das auch stimmen, aber wir haben auch mit unserer normalen Westminster-ID Rabatte erhalten (u.a. Buckingham Palace, H&M....). Ist also die Frage ob man wirklich 10 GBP (20 GBP?) für die Karte ausgeben will.
4. Kontaktmöglichkeiten zu anderen Studenten
Innerhalb der Hochschule
Während Vorlesungen etc. lernt man hauptsächlich andere Austauschstudenten kennen, da diese deutlich offener als die Engländer sind. International Marketing ist zum Beispiel ein Kurs, der zu 95% von Austauschstudenten belegt wird. Engländer sind an der Uni sowieso eher nicht so viele, da die University of Westminster sehr viele Austauschstudenten hat, besonders im 3. Jahr.
Außerhalb der Hochschule
Im Wohnheim oder auch bei Sportkursen lernt man viele Leute kennen. Problem bei Wohnheimen ist, dass dort in erster Linie 1.-Jahresstudenten aufgenommen werden und somit der Altersschnitt unter unserem liegt. Eine Ausnahme sind dabei Austauschstudenten, die für 1 Jahr bleiben, da diese meist in unserem Alter sind und bevorzugt Wohnheimplätze bekommen. Generell sind auch hier Austauschstudenten (Brasilien, Mexico, Spanien...) offener als Engländer.
5. Was man gesehen und getan haben sollte
Öffentliche Verkehrsmittel
In London holt man sich am besten eine Monatskarte für die U-Bahn (Zone 1&2). Während der ersten Woche gibt es hierfür eine Veranstaltung am Cavendish Campus, bei der man einen Antrag für eine ermäßigte U-Bahnkarte ausfüllt. Tipp: möglichst schnell ausfüllen und sofort abschicken; die Bearbeitung seitens der TfL (Transport for London) dauert einige Wochen! Je eher im Semester man das Formular einschickt (keine Fehler beim Ausfüllen machen!), desto schneller bekommt man Antwort (am Anfang 2 Wochen, später im Semester bis zu 4 Wochen!).
Wenn man nur Bus fährt (v.a. zum Marylebone Campus sinnvoll), kann man auch eine Bus- Monatskarte kaufen (deutlich günstiger). Bus fahren empfiehlt sich in London sowieso, da man so die Zusammenhänge der Straßen versteht (und die roten Doppeldecker sind einfach schön!); in der U-Bahn verliert man schnell die Orientierung, wo in London man sich gerade befindet bzw. wie die Straßen heißen!
Fortbewegungsmöglichkeiten innerhalb des Landes
Innerhalb Englands gibt es gute und billige Busverbindungen, meist ab Victoria (Oxford, Cambridge, Brighton...). Ansonsten kann man billige Bahntickets online buchen (http://www.gner.co.uk). Hier kann eine Young Persons Railcard (bis 25 Jahre) sinnvoll sein, wenn man öfter fährt (Kosten 20 GBP, spart 30% bei jeder Fahrt).
Musicals, Theatres und Pubs / Clubs
Wer Musicals mag, sollte versuchen so viele wie möglich zu schauen! Hierbei macht eine Karte in der billigsten Kategorie Sinn, da selbst die
Plätze im Vergleich zu Deutschlands billigster Kategorie noch gut sind. So kosten die Karten dann zwischen 15-20 GBP. Empfehlenswert sind:
- Billy Elliott (U-Bahn Victoria, Plätze mit Restricted View kaufen, da ist nur ein goldenesGeländer vor)
- Wicked (U-Bahn Victoria, sehr gut!)
- Dirty Dancing (U-Bahn Monument, immer zu dritt die Tickets kaufen, da die billigste Kategorie nur als 3er verkauft wird) und
- Phantom of the Opera (Haymarket, U-Bahn Piccadilly)
Theater gibt es natürlich auch viele; wir haben damals Kevin Spacey im Old Vic gesehen (UBahn Waterloo), dort spielt momentan Daniel Tkts booth am Leicester Square Radcliffe. Ansonsten gibt es viele Comedy Clubs, die auch gut sein sollen. Tickets für Musicals und Theater kann man entweder direkt im Theater kaufen (manchmal günstiger), oder am Tag der Aufführung am Leicester Square (http://www.tkts.com) in den Tickets Booths. Hier sind Tickets oft stark reduziert (bis zu 50%), es gibt aber nicht immer alle Tickets die man haben will.
Pubs
Wetherspoon's Full Moon Under Water am Leicester Square. Hier gibt s Dienstags immer BBQ. Ansonsten jeder andere Pub im Westend und das Porterhouse bei Covent Garden (eigene Brauerei); die Sperrstunde ist zwar aufgehoben, aber dennoch schließen viele Pubs um 23 bzw. 24 Uhr.
Clubs
umsonst sind TigerTiger am Haymarket (bis 21 Uhr, danach Eintritt) und das OnAnon am Piccadilly Circus. Beides stylishe Clubs. Roadhouse
in Covent Garden ist eine Bar mit Livemusik, auch sehr gut. Chinawhite (z.B. Michael Ballack) und boujis (z.B. Kate Middleton) sind die besten Adressen Londons, kosten aber natürlich auch dementsprechend Eintritt bzw. man hat nur Zutritt als Member.
6. Verhaltenshinweise
Engländer entschuldigen sich ständig und für alles. Selbst wenn sie angerempelt werden, sagen sie sorry . Ist aber eine nette Umgehensart, die man sich schnell angewöhnen wird.
U-Bahn fahren während der Rush-Hour ist lustig, quetschig und warm. Hierbei gilt es möglichst nah an die gelbe Linie auf dem Bahnsteig zu kommen und sich dann in die U-Bahn zu zwängen! Dauert ca. 15min länger als normal.
Im Pub zahlt man in Runden und nicht jeder einzeln. Also zahlt jeder einmal 5 Bier für seine Freunde.
7. Sonstiges
Englische SIM-Karten von Mobile World (gibt es im Carphone Warehouse) sind super um nach Deutschland zu telefonieren (7p pro Minute!). Innerhalb des Netzes sind außerdem SMS günstig.
8. Kosten insgesamt
Studiengebühren: 1.000 GBP
Wohnheim: ca. 1.200 GBP / Semester (+deposit)
U-Bahn Monatskarte: ca. 55 GBP / Monat
Bücher: bis zu 50 GBP / Kurs
Essen, Pubs, Clubs und Musicals: je nach Bedarf; ca. 100-150 GBP / Woche
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