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Almeria - Universidad de Almeria - 2006

Erfahrungsberichte von Studierenden, die in Spanien ihr Auslandssemester absolviert haben

Almeria - Universidad de Almeria - 2006

Beitragvon Adam Dubielecki am Sa 12. Jan 2008, 10:39

"Dieser Erfahrungsbericht wurde von einem FH Nordakademie Studenten geschrieben. Diese Hochschule ist eine Partnerhochschule. Somit sind die Infos zum Bewerbungsverfahren irrelevant."

1. Vorbereitungen
1.1 Informationen zum Bewerbungsverfahren
Da die Universidad de Almería eine Partnerhochschule ist, ist das Bewerbungsverfahren nicht sonderlich schwer. Einfach im International Office der Nordakademie Bescheid sagen, dass man vorhat, nach Almería zu gehen und das International Office meldet einen an. Danach erhält man aus Almería alle weiteren Informationen.

1.2 Versicherungen
Da die Krankenkassen mittlerweile eine Karte nach europäischem Standard besitzen, kann diese Karte auch im Ausland verwendet werden. Mir wurde jedoch gesagt, dass man wohl doch meist erst in bar bezahlen muss und den entsprechenden Betrag nachträglich von der Krankenkasse erstattet bekommt. Ich kann aus der Praxis nicht berichten, da ich glücklicherweise nicht krank geworden bin.
Eine Zusatzversicherung wird auf jeden Fall für den Rücktransport nach Deutschland benötigt, denn dieser ist in den Leistungen der Krankenkasse nicht eingeschlossen.

1.3 Gepäck (Hinweise auf Wetter)
Wer im September anreist, braucht in den ersten Monaten sehr luftige Kleidung, denn es kann durchaus noch sehr warm werden (Temperaturen über 30°). Gegen Mitte November wird es kälter, jedoch kann es tagsüber in der Sonne noch recht warm werden. Die Nächte sind mit einem Minimum von 12°C relativ mild, zumindest für deutsche Verhältnisse, aber man gewöhnt sich an die warmen Temperaturen, sodass die 12°C schon recht frisch wirken. Deswegen empfehle ich auch eine etwas dickere Jacke. Besonders wenn man in andere Städte reist, macht eine dicke Jacke Sinn (4°C in Madrid…)

1.4 Anreise
Die Anreise mit dem Flugzeug kann ich empfehlen. Ich bin ab Hamburg bis nach Malaga geflogen und von dort aus mit dem Bus nach Almería weitergefahren. Almería besitzt zwar einen eigenen Flughafen, jedoch waren die Tickets teuerer, als wenn man nach Malaga fliegt.
Was ich nicht gemacht habe: ein Busticket im Voraus gebucht. Deswegen musste ich am „ZOB“ in Malaga warten, da der nächste direkte Bus nach Almería (3,5 Stunden Fahrtzeit) schon ausgebucht war. Mir blieb dann nur ein Bus, der 2 Stunden später abfuhr und 5 Stunden für die Strecke braucht. Ich hab zwar die ganzen tollen Dörfer zwischen Malaga und Almería gesehen, aber eigentlich wollte ich doch lieber endlich ankommen. Die Buslinie, die zwischen Malaga und Almería fährt, heißt Alsina Graells, die Tickets kosten ungefähr 14,53€.


2. Unterkunft und Verpflegung
2.1 Unterkunft
Als erstes in die Jugendherberge fahren und dort die ersten Nächte verbringen während man auf Wohnungssuche geht. Wer gegen Ende September anreist kann jedoch Pech haben, dass es keine freien Betten mehr gibt, denn die meisten Erasmus Studenten kommen gegen Mitte/Ende September an. Sicherlich kann man auch für die Jugendherberge im Voraus buchen.
Die Jugendherberge ist ziemlich sauber und die Zimmer haben ein eigenes Bad, aber die Kosten liegen auch bei 15 Euro pro Nacht und Nase, weswegen man sich nicht zu viel Zeit lassen sollte, eine Wohnung zu finden.
Was die Wohnungssuche angeht: durch die Universität und die Straßen gehen, nach Zetteln Ausschau halten (es gibt wirklich viele…), die Telefonnummer der Kontaktperson aufschreiben oder abreißen und damit ins International Office an der Universität gehen (hat von 9-14 Uhr geöffnet). Die Mitarbeiter des International Office rufen dort an und machen einen Termin für euch mit den Vermietern aus. Natürlich kann man auch selbst auf Wohnungssuche gehen und ohne Hilfe des International Office versuchen, eine Wohnung zu finden. Mein Spanisch reichte dafür jedoch nicht aus, deswegen war ich für die Hilfe sehr dankbar.
Die Wohnungen kosten meist zwischen 150 und 220 Euro. Ich kann empfehlen, möglichst Wohnungen im Zentrum oder im Ortsteil Zapillo zu suchen. Beide haben ihre Vorteile: Das Zapillo liegt direkt am Strand, im Zentrum gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten und Bars und Discos.

2.2 Verpflegung (Kosten)
Einige Früchte, wie z.B. Orangen (4kg für 2,80€) sind günstiger als in Deutschland, aber ansonsten sind die Preise den deutschen sehr ähnlich. Teurer sind importierte Produkte wie bestimmte Sorten Haarspray (~10€), jedoch haben die großen Supermärkte viele verschiedene auch billigere Marken.


3. Hochschule
3.1 Einschreibung & Wahl der Lehrveranstaltungen
Mein erster Tipp, was die Einschreibung angeht: lange warten. Am Anfang ist das International Office überfüllt und die Mitarbeiter fragen, warum man sich denn unbedingt jetzt schon einschreiben möchte, man hätte dafür Zeit bis Mitte Oktober. Man sei schließlich in Spanien.
Deswegen ist es sinnvoll erst einmal im Internet auf der Seite der Universität im Campus Virtual zu gucken, wann welche Lehrveranstaltungen stattfinden und sich einfach ein paar herauszuschreiben und diese zu besuchen. In der ersten Woche braucht man nicht unbedingt zu den Veranstaltungen zu gehen, da diese teilweise wegen mangelnder Anwesenheit des Lehrkörpers ausfallen. Jedoch kann man dort, falls dann doch ein Dozent erscheint, erkennen, ob man den Dozenten überhaupt versteht. Denn das ist das Problem, mit dem man zu kämpfen hat (der geniale andalusische Akzent…). Inhaltlich sind die Vorlesungen um einiges leichter als die an der Nordakademie.
Sobald man seine Lehrveranstaltungen für sich gewählt hat, kann man zum International Office gehen und dort seine Kurse bestätigen lassen und sich immatrikulieren. Man erhält die Immatrikulationsbescheinigung und muss diese an der Bank an der Uni abstempeln lassen. Hierzu ist ein Betrag von 5,87 fällig. Sobald das erledigt ist, geht man mit der abgestempelten Kopie in das International Office und erhält einen vorläufigen Studentenpass. Der richtige, der auch gleichzeitig Bankkarte ist, ist nach ca. 2 Monaten fertig.
Das Learning Agreement müssen die Empresariales Studenten von Laura Piedra, der Koordinatorin für BWL und dem Leiter des International Office unterschreiben lassen.
Was ich noch zusätzlich erwähnen möchte: Es gibt keine Anwesenheitspflicht für die Lehrveranstaltungen. Das ist besonders in den ersten Tagen sehr gut, wenn man verschiedene Veranstaltungen besuchen möchte und diese sich zeitlich überschneiden. So kann man Vorlesungen, die zur gleichen Zeit wie eine andere Veranstaltung stattfinden, ohne schlechtes Gewissen besuchen.

3.2 Empfehlenswerte Lehrveranstaltungen
Marketing Internacional - die Dozentin nimmt sehr viel Rücksicht auf die ausländischen Studenten und versucht auch immer wieder, die „Ausländer“ in den Unterricht mit einzubinden. Zudem ist sie gut zu verstehen.
Organisación en la empresa internacional - in dem Kurs saßen nur Erasmus Studenten und 2 Spanier. Deswegen war das Tempo mit dem der Unterricht voranging zwar eher mäßig, da es doch einige sprachliche Barrieren gab, aber zum lernen und verstehen der Sprache perfekt.
Mathematik – ist ziemlich leicht, aber man versteht den Dozenten und kann daraus lernen.
Spanischkurs - man lernt in diesem Kurs viel, denn wenn man spanisch mit anderen Erasmus Studenten redet, versteht man sich zwar, aber das korrekte Spanisch kann man besser in diesem Kurs lernen. Es gibt einen Termin für einen Test (im International Office erfragen), der ausschlaggebend dafür ist, welchen Kurs man besucht. Es gibt 3 verschiedene Niveaus.

3.3 Nicht zu empfehlende Lehrveranstaltungen
Dirección de Operaciones – ich habe die Lehrerin überhaupt nicht verstanden. Außerdem saß sie die ganze Zeit hinter ihrem Schreibtisch und hat mit ihrem Laptop einfach irgendwelche Folien durchgeklickt. Ich habe den Kurs gewählt, weil er in einem Erfahrungsbericht empfohlen wurde. Vielleicht ist es jetzt eine andere Dozentin?!
Compartimiento del Consumidor – auch hier war die Dozentin sehr schwer zu verstehen. Da ich diesen Kurs ohnehin nicht gewählt habe, ihn mir aber angucken wollte, habe ich es bei einer „Probevorlesung“ belassen.
Nuevas technoligías de información – ich habe vier Wochen lang versucht, die Vorlesung zu besuchen, aber nie ist ein Dozent gekommen und niemand konnte mir sagen, warum er nicht da ist und wann er wiederkommen wird.

3.4 EDV –Anlagen (Internet)
Ich habe die EDV Anlagen der Universität nicht genutzt, weil ich meinen eigenen Laptop hatte. Kann ich auf jeden Fall empfehlen, denn die Länge der Nutzungsdauer der PCs in der Bibliothek ist begrenzt. Es gibt auf dem gesamten Campus Wireless LAN (muss man in der Bibliothek einrichten lassen – hierfür muss man aber schon eingeschrieben sein) und es ist schöner in der Sonne mit dem Laptop auf dem Campus zu sitzen.

3.5 Mensa
Ich war zweimal Mittagessen in der Mensa. Dort siegt Quantität über Qualität. Deswegen habe ich mir immer nur Bocadillos (belegte Brote, die sind wirklich lecker) gekauft und später zu Hause warm gegessen.

3.6 Sport und andere Freizeitangebote
Nach der Immatrikulation ist es möglich, das Sportangebot der Uni zu nutzen. Hierzu muss man in das Vicerectorado de deportes gehen und kann sich anmelden, um für 3€ (wieder an der Bank an der Uni zu bezahlen) Sport machen. Z.B. ist es möglich die Sporthalle zu mieten oder ins (kleine) Fitnessstudio der Uni zu gehen. Im Bau sind derzeit noch eine Schwimmhalle und eine weitere Sporthalle, die sicherlich auch später genutzt werden können. Zudem ist es möglich, an verschiedenen Aktivitäten teilzunehmen. Leider sind viele davon erst im neuen Jahr, weshalb ich nur an der Mountainbike Tour teilgenommen habe. Die Tour kostete 20€ und die Räder, Helme und der Transport waren inklusive. Diese Exkursion kann ich nur empfehlen.

3.7 Studentenrabatte
Außer dem vergünstigten Busticket, habe ich nur wenige Rabatte mitbekommen. Zum einen die Sagrada Familia in Barcelona und zum anderen ein All-you-can-eat Restaurant. Aber beides nur in Verbindung mit einem Europäischen Studentenausweis.

4. Kontaktmöglichkeiten
Es gibt eine Liste auf der man sich eintragen kann, um als Person für „Intercambio“ für andere Personen sichtbar zu sein. Ziel ist ein Austausch der Sprachen. Man trifft sich mit seinem Intercambio Partner und spricht einfach miteinander oder geht Aufgaben und Grammatik durch. Ich hatte einen Mexikaner, der mir bei meinem Spanisch geholfen hat und selbst Deutsch lernen wollte. Ich kann jedem nur empfehlen, sich einen Partner zu suchen, denn mir hat es sehr viel Spaß gemacht und der Lerneffekt ist auch sehr groß, wen man einen „Privatlehrer“ hat, den man alles fragen kann. Ansonsten muss man eigentlich nicht viel tun, um andere Personen kennen zu lernen, denn das passiert fast automatisch, wenn man in den gleichen Kursen sitzt, zusammen Sport macht oder abends zusammen loszieht, um z.B. Tapas zu essen (dazu mehr unter 7. Sonstiges). Außerdem trifft man fast alle der Erasmus Studenten donnerstags, freitags und samstags auf dem botellón (auch dazu später mehr)

5. Reisen
Es ist sinnvoll, eine Monatskarte für den Bus zu kaufen. Auf der „Rambla“ (eine der Hauptstraßen in Almería) steht ein kleines Häuschen von „Surbus“, in dem man Monatskarten beantragen kann. Es gibt einen Studentenrabatt, also unbedingt die Immatrikulation mitnehmen. Die Karte kostet 22,60€ und eine Einzelfahrt kostet 0,90€.
Ich habe mir viele Städte wie z.B. Barcelona, Madrid, Valencia, Alicante, Granada, … über einige Wochenenden angeguckt.
In der näheren Umgebung kann ich vor allem den Strand Playa de Genoveses in San José empfehlen. Die Busse der Busgesellschaft „Bernardo“ pendeln mehrere Male am Tag zwischen San José und Almería.
Das Naturschutzgebiet Cabo de Gata kann man sich sehr gut mit dem Auto anschauen. Dort gibt es viele kleine Städte und Dörfer, in denen besonders „Hippies“ zu Hause sind.
Zudem kann man mit dem Auto in die Sierra Nevada fahren, um dort zu wandern oder sich einfach nur die Gebirgslandschaft anzugucken.


6. Verhaltenshinweise
Man muss sich daran gewöhnen, dass alles etwas langsamer abläuft und man auch mal länger warten muss (z.B. an Kassen oder im International Office) Außerdem beginnt der Tag später und dauert länger an.


7. Sonstiges
7.1 Tapas
Tapasessen ist sehr beliebt in Almería. In den meisten Bars gibt es zu einem alkoholischen Getränk noch einen „Tapa“ dazu. Das ist ein kleiner Snack. Jedoch kann der Snack im „Calzada“ oder in der „Virgen Chica“ schon fast eine Mahlzeit sein. Mir gefällt das „Calzada“ besser, jedoch gibt es auch viele andere Tapas Bars, die zwar kleinere Tapas bieten, aber dafür andere oder auch geschmacklich bessere.

7.2 Botellón
Das Botellón ist eine Zusammenkunft von mehreren hundert jungen Menschen, meist Studenten, die sich vor dem Gran Hotel (wird wahrscheinlich ab 2007 ans Stadion verlegt, da es sehr viel Lärm und Dreck macht) zum Reden und Trinken treffen.
Hierzu bringt jeder in einer Plastiktüte Becher, meistens Wodka oder Rum und ein Mischgetränk mit. Das Botellón beginnt ca. 00:30 und endet erst gegen 3:00 oder noch später. Danach ziehen dann alle los in verschiedene Bars oder Discos. Dies ist auch eine Sache, an die man sich gewöhnen muss, denn so eine Feier geht – da sie erst so spät beginnt – durchaus mal bis um 8 Uhr. Das ist verglichen mit Hamburger Kiezverhältnissen schon ziemlich lang, aber man gewöhnt sich daran.


Da nicht alle Artikel ständig auf Vollständigkeit und Korrektheit überprüft werden können, gibt es hierfür keine Garantie. Solltet ihr über tote Links oder E-Mail Adressen stolpern, bitte kurze Info an uns, dann können diese angepasst oder entfernt werden.
Modus: "Rock my Life!" - ...du bestimmt was du bist...und was du wirst!
Adam Dubielecki
 
Beiträge: 46
Registriert: Di 20. Nov 2007, 13:34
Hochschule: FH Nordakademie in Elmshorn
Auslandssemester in: Cape Town
Auslandssemester an: University of Cape Town

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