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Gran Canaria - Universidad de Las Palmas de Gran Canaria '06

Erfahrungsberichte von Studierenden, die in Spanien ihr Auslandssemester absolviert haben

Gran Canaria - Universidad de Las Palmas de Gran Canaria '06

Beitragvon Adam Dubielecki am So 24. Feb 2008, 22:58

"Dieser Erfahrungsbericht wurde von einem FH Nordakademie Studenten geschrieben. Diese Hochschule ist eine Partnerhochschule. Somit sind die Infos zum Bewerbungsverfahren irrelevant."

0. Infos zum Bewerbungsverfahren
Die ULPGC ist eine Partnerhochschule der Nordakademie, daher ist das Bewerbungsverfahren sehr einfach. Die Nordakademie führt schon eine Voranmeldung durch. Weitere Informationen enthält der Punkt 3.1 Einschreibung.

1. Vorbereitungen
1.1 Versicherungen
Der Universität reicht die europäische Versicherungskarte, die man von der gesetzlichen Versicherung bekommt, bzw. bei mir ist sie schon auf der Rückseite meiner deutschen Karte. Ich habe jedoch noch eine Zusatzversicherung abgeschlossen. Meine Reisekrankenversicherung (8 Euro pro Jahr) galt nur für 42 Tage, ab dem 43. Tag habe ich dann noch für die restlichen Tage eine Versicherung für 1,35 Euro pro Tag abgeschlossen.

1.2 Visum (Beantragungsdauer, -ort)
Ein Visum wird nicht benötigt, der Personalausweis reicht.

1.3 Gepäck (Hinweise auf Wetter)
Man braucht auf jeden Fall Kleidung für den Strand und warmes Wetter um 30 Grad. Ab Ende November / Anfang Dezember wird es aber doch kühler, dass man auf jeden Fall auch lange Hosen, Pullover und auch regenfeste Kleidung einpacken sollte. Die dicke Winterjacke kann aber zu Hause bleiben.
Außerdem ist daran zu denken, dass man zwar in eine möblierte Wohnung zieht, es dort aber in den meisten Fällen keine Bettwäsche gibt. Also entweder mitnehmen oder einplanen, sie dort zu kaufen.
Ratsam ist es, ein paar Passfotos und Kopien des Personalausweises mitzunehmen, da man diese teilweise vorlegen muss.

1.4 Anreise (Flugzeug, Auto, Bahn, etc)
Es besteht die Möglichkeit mit dem Auto durch Spaniens Festland zu fahren und dann mit der Fähre nach Gran Canaria überzusetzen, falls man sein Auto mitnehmen möchte. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass das Auto danach einige Beulen zu verzeichnen hat. Ich bin geflogen mit einem Direktflug von Hamburg nach Las Palmas, danach kann man dann mit dem Bus der Linie 60 nach Las Palmas gelangen. Man kann günstige Angebote für Flüge im Internet ausfindig machen, z.B. bei Air Berlin, Hapagfly oder anderen Gesellschaften. Bucht man den Rückflug gleich mit, kann man 30 statt 20 kg Gepäck mitnehmen.


2. Unterkunft und Verpflegung
2.1 Unterkunft (verschiedene Möglichkeiten mit Wertung)
Es gibt zum einen die Möglichkeit in der Residencia (dem Studentenwohnheim) zu wohnen, was relativ teuer ist, dafür hat man da sein eigenes Badezimmer, Verpflegung und Reinigung des Zimmers. Die Residencia ist jedoch auf dem Campus in Tafira, der relativ weit außerhalb von Las Palmas ist. Der Strand und auch alle anderen Beschäftigungsmöglichkeiten sind somit recht weit entfernt, daher würde ich das nicht empfehlen.
Ich bin schon eine Woche vor der Welcome Week angereist, habe mir dann von dem Schwarzen Brett in der Uni Nummern geholt und bin somit in einer WG untergekommen. Ich hatte das Glück, dass an der Uni ein Canario gefragt hat, ob ich Hilfe brauche, da es schwierig ist, sich am Telefon verständlich zu machen, wenn man vor dem Studium keinerlei Spanischkenntnisse hatte.
Es gibt auch Anzeigen in Zeitungen, ich habe mir eine gekauft, jedoch habe ich da nichts gesehen, da ich auch in eine bestehende WG wollte und keine leere Wohnung gesucht habe.
Am Anfang der Welcome Week wird eine Liste mit freien Wohnungen herausgegeben, das sind dann unbewohnte Wohnungen, wo man sich dann z.B. mit anderen Erasmus-Studenten zusammentun kann. Hierbei sollte man darauf achten, dass man nicht nur mit Deutschen zusammen wohnt, da man dann nur deutsch spricht.
Da viele der Studenten der Nordakademie nur bis Dezember an der Gastuni bleiben und dann nach Deutschland zurückkehren, gibt es noch die Schwierigkeit, wenn man mit anderen Erasmus-Studenten eine Wohnung mieten möchte, dass diese länger bleiben und man sich eine Lösung suchen muss, was in den letzten zwei Monaten mit dem Zimmer geschehen soll.
Es gibt auch noch Agenturen, die gegen eine Provision Adressen von freien Wohnungen herausgeben.
Die Mieten belaufen sich so auf 200 – 300 Euro (teilweise auch etwas darunter) für ein Zimmer in einer WG.

2.2 Verpflegung (Kosten)
Die Preise im Supermarkt sind ähnlich denen in Deutschland. Es gibt aber auch Sachen, die recht teuer sind, vielleicht ist mir das aber auch nur sehr aufgefallen, weil ich in Deutschland viel bei Discountern einkaufe, die es in Las Palmas nicht gibt. Ich habe meist bei Hiperdino eingekauft, da der fast direkt nebenan war. Im Einkaufszentrum Las Arenas gibt es noch einen großen Carrefour, der eine viel größere Auswahl hat.
Wenn man nicht selbst kochen möchte, hat man viele Möglichkeiten, irgendwo z.B. ein Bocadillo zu essen. Außerdem gibt es viele chinesische Restaurants, die für ca. 6 Euro ein Buffet anbieten.


3. Hochschule
Die Hochschule hat verschiedene Campus-Gelände. Einige liegen direkt in Las Palmas, das Größte mit z.B. der Wirtschafts-, Informatik- und Ingenieurs-Fakultät liegt außerhalb in Tafira.

3.1 Einschreibung
Da die Wirtschaftsfakultät einen Vertrag mit der Nordakademie hat, ist die Einschreibung einfach. Die Nordakademie meldet die Interessenten, daraufhin erhält man von der ULPGC einen Nutzernamen und ein Passwort, mit dem man eine online-Anmeldung machen muss, hier dann auch an der Wirtschaftsfakultät, Vorlesungen kann man dann auch an den anderen Fakultäten besuchen. Außerdem muss man eine Kopie des Personalausweises und zwei Passfotos an die Universität schicken. Bei Ankunft an der Uni, muss man dann noch einen Krankenversicherungsnachweis vorlegen.

3.2 Belegung von Lehrveranstaltungen
Jede Fakultät hat einen Koordinator, mit dem man während der Welcome Week einen Termin hat. Dort werden die Vorlesungen der Fakultät ausgeteilt und jeder kann sich seinen Stundenplan zusammenstellen. Während die spanischen Studenten in bestimmten Gruppen sind und dann die jeweiligen Vorlesungen besuchen, können die Erasmus-Studenten Vorlesungen aus verschiedenen Gruppen besuchen (jedenfalls war es in der Wirtschaftsfakultät so und ich habe es auch von anderen gehört).

3.3 Empfehlenswerte Lehrveranstaltungen
Die Vorlesung „Marketing Internacional“ ist zu empfehlen, da hier immer viele Erasmus-Studenten dran teilnehmen und der Dozent sich daher darauf einrichtet und langsam spricht. Ausarbeitungen können auch in englischer Sprache verfasst werden.

3.4 Nicht zu empfehlende Lehrveranstaltungen
Ich kann die Vorlesung „Derecho Fiscal“ nicht empfehlen, da der Dozent sehr schnell spricht und dabei kaum Power Point zeigt oder an die Tafel schreibt. Daher ist es sehr schwer zu verstehen.

3.5 Bibliothek
Auf dem Campus in Tafira gibt es eine große Bibliothek, in der man sich die von den Dozenten empfohlenen Werke ausleihen kann.

3.6 EDV –Anlagen (Internet)
Es gibt in der Uni EDV-Räume, die ich aber nicht genutzt habe, da man auch fast überall das WLAN-Netz nutzen kann.

3.7 Mensa
In der Wirtschaftsfakultät gibt es eine Cafeteria, in der man sich kleine Snacks oder auch für 4 Euro ein Mittagsmenü kaufen kann.

3.8 Sport und andere Freizeitangebote
Die Universität macht viele Angebote, z.B. einen Surfkurs. Da der Surfkurs sehr gefragt und somit sehr voll ist, lohnt es sich, einen privaten Kurs zu besuchen, wenn man bereit ist, dafür etwas mehr Geld auszugeben.

3.9 Studentenrabatte
Es gibt teilweise Studentenrabatte in Museen. Außerdem gibt es eine Monatskarte für den Bus innerhalb der Stadt. Mit dieser Karte darf man jedoch nicht den Bus, der zu den Fakultäten nach Tafira fährt, benutzen.
Zudem kann man die Fähren zu den anderen Inseln bis zu einem Alter von 25 günstiger nutzen. Wenn man älter ist, kann man mit dem Studentenausweis mit Glück auch die günstigeren Preise bekommen.


4. Kontaktmöglichkeiten
Es ist relativ einfach, Kontakte zu knüpfen, allerdings ist es einfacher andere Erasmus-Studenten kennen zu lernen als Einheimische.

4.1 Innerhalb der Hochschule
Schon innerhalb der Welcome Week kann man viele andere Erasmus-Studenten kennen lernen, da diese auch auf der Suche sind.
Da ich in Vorlesungen teilweise auch die einzige Erasmus-Studentin war, saß ich dann natürlich neben Einheimischen, mit denen man so auch recht leicht ins Gespräch kommt.

4.2 Außerhalb der Hochschule
Es gibt einige Discotheken in Las Palmas, in denen man abends feiern kann. Es gibt dann auch mittwochs und donnerstags Erasmus-Partys (z.B. im Perocho oder in der Estacion).
In der WG kann man natürlich auch gut Kontakte knüpfen.


5. Was man gesehen und getan haben sollte
Auf jeden Falls sollte man Las Palmas erkunden, es gibt sehr schöne Ecken, wie z.B. den Strand und die Altstadt. Dann sollte man auch den Rest der Insel sehen. Die Touristengebiete im Süden kann man sich mal ansehen, ich fand sie jedoch nicht so interessant. Man sollte sich die Berge im Zentrum ansehen, die Klippen im Norden sind sehr schön und für alles andere einfach mal in einen Reiseführer schauen.
Ich habe dann auch noch vier andere Inseln gesehen: Teneriffa, Lanzarote, Fuerteventura und La Palma. Ich kann es nur empfehlen, sich die anderen Inseln anzusehen. Auf Teneriffa muss man den Teide, den höchsten Berg Spaniens gesehen haben, auf Lanzarote gibt es eine riesige Vulkanlandschaft und so weiter.

5.1 Öffentliche Verkehrsmittel
Es gibt auf Gran Canaria zwei verschiedene Busgesellschaften. Die Guaguas municipales fahren innerhalb von Las Palmas, die Guaguas Global fahren auf der ganzen Insel. Die Preise sind niedrig und es gibt auch verschiedene Vergünstigungsmöglichkeiten (10er-Karten etc.).
Taxifahrten sind innerhalb der Stadt auch nicht teuer.
Zu den anderen Inseln gibt es zum einen Fähren (ich bin immer mit Armas gefahren) und zum anderen kann man mit Flugzeugen von Binter fliegen.

5.2 Fortbewegungsmöglichkeiten innerhalb des Landes
Um Gran Canaria und / oder die anderen Inseln zu erkunden, sollte man sich auf jeden Fall ein Auto mieten. Im Internet haben wir meist nur Vermietungen gefunden, die eine Kreditkarte verlang haben, die wir jedoch nicht hatten. Wir haben uns nachher immer ein Auto bei Cicar geliehen, da diese Vermietungsfirma nahe an  unseren Wohnungen war, wir Autos auch auf den anderen Inseln reservieren konnten, wir keine Kreditkarte brauchten und auch keine Kaution für das Auto hinterlegen mussten. Man sollte jedoch darauf achten, wie alt der Fahrer sein muss.

6. Verhaltenshinweise
Als Frau sollte man sich darauf einstellen, dass man oft etwas hinterher gerufen bekommt. Meist bleibt es aber auch bei dem Rufen und man gewöhnt sich ziemlich schnell daran.
In Las Palmas beginnt das Nachtleben später als in Deutschland, man kann sich darauf einstellen, dass vor 2 Uhr nirgends etwas los ist und dauert dafür dann länger. Vorher trifft man sich bei jemandem, um sich auf den Abend einzustimmen.
Wenn man zusammen etwas essen oder trinken geht, bekommt man am Ende eine Rechnung, die nicht wie in Deutschland „zerpflückt“ wird. Es ist üblich, dass jeder gleich viel zahlt. Wenn jeder nur wenig hatte und weiß was, kann jedoch auch jeder seins bezahlen, dass kommt immer darauf an.

7. Sonstiges
Das Auslandsemester ist auf jeden Fall ein tolles Erlebnis, dass man sich nicht entgehen lassen sollte, da man sehr viele neue Erfahrungen macht, die Sprache lernt und vieles mehr. Ich kann nur jedem empfehlen, das Angebot anzunehmen.


Da nicht alle Artikel ständig auf Vollständigkeit und Korrektheit überprüft werden können, gibt es hierfür keine Garantie. Solltet ihr über tote Links oder E-Mail Adressen stolpern, bitte kurze Info an uns, dann können diese angepasst oder entfernt werden.
Modus: "Rock my Life!" - ...du bestimmt was du bist...und was du wirst!
Adam Dubielecki
 
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Registriert: Di 20. Nov 2007, 13:34
Hochschule: FH Nordakademie in Elmshorn
Auslandssemester in: Cape Town
Auslandssemester an: University of Cape Town

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