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Gran Canaria - Universidad de Las Palmas de Gran Canaria '07

Erfahrungsberichte von Studierenden, die in Spanien ihr Auslandssemester absolviert haben

Gran Canaria - Universidad de Las Palmas de Gran Canaria '07

Beitragvon Adam Dubielecki am Mo 3. Mär 2008, 16:09

"Dieser Erfahrungsbericht wurde von einem FH Nordakademie Studenten geschrieben. Diese Hochschule ist eine Partnerhochschule. Somit sind die Infos zum Bewerbungsverfahren irrelevant."

1 Infos zum Bewerbungsverfahren
Ich habe mich ganz normal über das Auslandsamt der Nordakademie angemeldet. Schon kurz danach erhielt ich erste E-Mails der Universidad de Las Palmas de Gran Canaria und konnte mich online einschreiben (ging nur mit dem Internet Explorer) und unter http://www.ulpgc.es schon mehr Infos über die Fakultäten und Kurse einholen.


2 Vorbereitungen
2.1 Versicherungen
Die neuen Krankenkassenkarten haben eigentlich den früher verbreiteten Auslandskrankenschein E-11 ersetzt. Die Krankenkasse übernimmt also diejenigen Leistungen im europäischen Ausland, die sie auch in Deutschland übernehmen würde. Natürlich kann es sein, dass man zunächst erstmal bar auslegen muss. Außerdem war ich über Otto für zusätzliche Leistungen und Krankenrücktransporte ohne zusätzliche Kosten versichert, ich musste lediglich einen kurzen Antrag ausfüllen.

2.2 Visum
Als deutscher Staatsbürger braucht man in Europa kein Visum und bräuchte noch nicht einmal einen Reisepass. So muss man sich also weder um Visum oder Arbeitserlaubnis kümmern!

2.3 Gepäck
Meistens gelten 20kg als Vorschrift, also bei One-Way-Tickets oder wenn Hin- und Rückreise innerhalb von 3 Monaten liegen. Wenn man allerdings gleichzeitig Hin- und Rückreise bucht und dann mehr als 3 Monate dazwischen liegen, darf man in der Regel 30kg mitnehmen. Auf dem Hinflug war Übergepäck mit 4 € / kg bei Air Berlin zu bezahlen, auf dem Rückflug nahmen es die Spanier (zum Glück) nicht so genau.
Das Wetter ist auf Gran Canaria eigentlich immer recht frühlingsmäßig. Im Dezember, Januar und auch vielleicht Februar kann es aber kurzzeitig schon ganz schön kalt werden, wenn man sich vorher schon an die normalen 20-30°C gewöhnt hatte. Deshalb braucht man für die kälteren Tage Sommerschuhe, dicke Socken für zu Hause vielleicht, eine Fließjacke und Schal. Zusammen mit regendichten Schuhen ist man dann für das „Schlimmste“ eigentlich gewappnet. In der Winterzeit ist es generell so, dass es im Schatten sehr kalt werden kann und man trotzdem schwitzen kann, wenn man mal kurz in der Sonne steht.

2.4 Anreise
Ich bin mit Air Berlin geflogen, zwischendurch für Weihnachten aber mit Condor. Die haben ab und zu die so genannten „Eintagsfliegen“ im Angebot, wo man dann sehr günstige Flüge bekommen kann. Um die Termine dafür mitzubekommen, kann man sich beim Condor Newsletter   anmelden. Wenn man dann auf dem Flughafen von Las Palmas angekommen ist, geht man auf der Straße so weit nach rechts (um eine Kurve auch noch), bis man eine Bushaltestelle sieht. Da nimmt man dann die Linie 60. In Las Palmas hält sie an 2 Stellen. Einmal der Hauptbusbahnhof „San Telmo“, der nahe an der Altstadt ist und das zweite Mal im Touri-Busbahnhof „Santa Catalina“, der am Hafen ist, also nah zu Mesa y Lopez, Strand und Tourizone. Vom Busbahnhof kann man dann leicht mit einem Taxi zu den Jugendherbergen oder Hotels fahren, die Taxen sind recht günstig in Las Palmas. Von daher ist es auch egal, welche Station man anhält. Wir sind damals in San Telmo ausgestiegen.


3 Unterkunft und Verpflegung
3.1 Unterkunft
Ich würde empfehlen, die ersten Tage in einem Hostal zu verbringen und Option C für die Welcome Week zu wählen (nur Teilnahme an den Aktivitäten). Wenn man zum Wintersemester anfängt, dann sollte man wohl mindestens eine Woche buchen, da der Andrang der Wohnungssuchenden wirklich groß ist. Es gibt zwei Herbergen in Las Palmas, die beide auch nur um 1-2 Straßen voneinander entfernt liegen, beide im Stadtteil Alcaravaneras. Im Hostal Alcaravaneras kann man sich per Internetbuchung für die ersten Tage gut einquartieren, luxuriös ist das Ganze nicht, reicht aber zum Übernachten und Wohnungssuchen, außerdem gibt’s ne klasse Dachterrasse mit Küche. Im Internet kann man vorbuchen und per Kreditkarte schon eine Anzahlung machen. Die andere Herberge, das Fallow-Hostal, war den Berichten der anderen zufolge eher schlecht. Dann würde ich raten, so schnell wie möglich auf Wohnungssuche zu gehen, da es wie gesagt auch sehr schwierig verlaufen kann, wenn man sich zu viel Zeit lässt. Folgende Sachen sollte man vorher noch besorgen: Buskarte, Handykarte und Stadtplan. Dazu sollte man wissen, dass „Bus“ auf Gran Canaria wie im südamerikanischen „Guagua“ heißt. Die Buskarte (Bono Fácil) gibt es in jedem Kiosk, Estanco, steht meistens auch draußen dran (Bonos Guaguas). In einem Handyshop kann man sich dann eine Prepaidkarte (Tarjeta) holen und sofort aufladen, um günstiger zu telefonieren. Einfach mal die Straße Mesa y Lopez, die ja nicht weit weg ist entlang gehen und man hat alles.
Dann fährt man mit der Buslinie 2 von der Calle Galicia zum Campus Obelisco und telefoniert alle Wohnungsannoncen ab, die man am schwarzen Brett vor der Bibliothek, der Bushaltestelle und sonstigen Wänden findet. Man darf also keine Scheu vorm Anrufen und Termin vereinbaren haben, natürlich nur auf spanisch.
Weiter kann man dann mit der Linie 25 zum Hauptcampus nach Tafira. In der „Architectura“ gibt es dann ganz viele Pinnwände, an denen sich viele Wohnungsaushänge finden. Auch im Informatik-Gebäude und in der Bibliothek in Tafira lassen sich evtl. noch gut ein paar interessante Anzeigen finden. Das geht alles übrigens nur an Werktagen, sonst ist alles zu und die 25 fährt gar nicht bis nach Tafira!
Empfehlenswert ist es natürlich in eine WG mit Spaniern und Südamerikanern zu kommen, so lernt man am besten und kann auch die Kultur besser kennen lernen. Ansonsten findet man zu Beginn der Welcome Week schnell andere Erasmus-Leute, um eine WG zu gründen und sucht dann auch zusammen die Wohnungen. Dazu bekommt man eine Liste mit Wohnungen und Telefonnummern sowie einen Mentoren zugeteilt. Auf Anfrage helfen die Mentoren dann beim Anrufen und Wohnungen finden. Man muss leider sehr schnell sein, um auch etwas Gutes zu bekommen.

3.2 Verpflegung (Kosten)
Da in Spanien Backöfen in den Studenten-Wohnungen noch eher die Ausnahme sind, muss man auf viele aus Deutschland bekannte Gerichte wie z.B. Pizza und Aufläufe verzichten. Das Angebot an Supermärkten ist recht groß, eigentlich findet sich an jeder Ecke ein HiperDino oder Spar-Markt. Die Auswahl ist recht ordentlich und die Preise sind in etwa auf deutschem Spar-/Edeka-Niveau. Lediglich Fleisch- und Milchprodukte sind aufgrund des langen Importweges ein wenig teurer.
Geld sparen kann man beim Einkauf bei Carrefour (im Einkaufszentrum Las Arenas in der Nähe des Auditoriums). Dieser Supermarkt bietet wirklich alles und das zu sehr fairen Preisen. Die Fisch- und Fleischqualität ist dort echt super.
Obst und Gemüse kauft man wohl am besten beim Mercado in der Nähe des alten Fußballstadions. Hier gibt’s wochentags von 9-14 Uhr die beste Qualität zum günstigsten Preis. Natürlich gibt’s hier auch guten Fisch und gutes Fleisch zu kaufen.
Essen gehen kann man (auch in größeren Gruppen) gut im Restaurant „De Tapa en Tapa“ nahe dem Plaza Farray (Calle Duran). Für 10 € pro Person bekommt man hier eine Jarra Bier und viele leckere Kleinigkeiten zum Teilen, aber auch zum satt werden. Außerdem gibt’s ein sehr cooles Fischrestaurant 200m hinter „La Puntilla“, wo es täglich fangfrischen Fisch und die einheimischen Papas Arrugadas zum kleinen Preis gibt.


4 Hochschule
4.1 Einschreibung
Zunächst einmal gab es eine Online-Voreinschreibung. In der Welcome Week gab es dann ein Treffen aller Erasmus-Studenten je Fakultät mit ihren jeweiligen Koordinatoren vor Ort. Da wird einem noch mal alles kurz erklärt. In der Woche danach habe ich mir dann die für mich interessanten Kurse angeguckt und nach diesen Eindrücken mein Learning Agreement ausgefüllt und an Frau Andersen geschickt mit der Bitte, das Ganze unterschrieben an die Faxnummer der Administration meiner Fakultät zu faxen. Hat auch alles soweit gut geklappt. Danach musste das Learning Agreement dann noch von meiner Koordinatorin vor Ort sowie von der Frau im Büro gestempelt und unterschrieben werden. Danach hab ich es dann mitbekommen, um es in Deutschland einzureichen.
In der Informatik-Fakultät musste ich noch ein paar Tage hinterherlaufen, ein Konto & Passwort für die Nutzung der Computer in den Laboratorios zu bekommen. Dort gibt es ein extra Büro dafür. Die haben für die Erasmus-Studenten einen Login hängig von der Immatrikulierung eingerichtet.

4.2 Belegung von Lehrveranstaltungen
Generell können wohl alle Kurse belegt werden. Für mich waren die „Asignaturas“ der BWL-Fakultät (Empresariales) und den Informatik-Fakultäten interessant. Ich habe mir in der ersten Woche die für mich interessanten Kurse angeschaut und danach meine Wahl endgültige Wahl getroffen.
Ich habe folgende Kurse belegt:

Metología de la Programmación II (Escuela de informatica)
C-Programmierung, Verifizierung von Algorithmen, Effizienz von Algorithmen, Analyse von Algorithmen, etc., viele Praktikas mit C, langweilige Vorlesungen und eine nicht ganz einfache Klausur

Intelligencia Artificial (Faculdad de Informatica)
Alles über künstliche Intelligenz, motivierter aber schnell sprechender Prof. (Mario Hernandez), Suchalgorithmen, Heuristiken,  Lisp-Programmierung, jede Woche ein Lisp-Praktika sowie eine Abschlussarbeit in Lisp mit Dokumentation sowie eine Klausur

Administración de Empresas ( Faculdad de Informatica / Empresariales)
Eine Kombination aus allgemeiner BWL und etwas weitergehenden Themen zu Marketing, Personalwesen, Finanzierung, usw., interessanter Ausflug in eine riesige Luxus-Hotel-Anlage

Marketing Internacional (Empresariales)
Wissenwertes über die spanische Wirtschaft, Spaniens Stellung und Entwicklung in Europa und international, internationale Standards, Marketing-Mix international, Möglichkeiten des Eintritts in internationales Märkte, etc. Sehr motivierter und engagierter Professor (Jesús Arteaga). Zusätzlich zur Klausur muss man allerdings in Gruppenarbeit auch eine Hausarbeit anfertigen.

4.3 Empfehlenswerte Lehrveranstaltungen
Besonders empfehlen möchte ich den Kurs „Marketing internacional“ mit Jesús Arteaga. Die Hälfte der Studenten im Kurs sind Spanier, die andere Hälfte Erasmus-Leute. Der Professor spricht langsam und geht auf die Erasmus-Studenten näher ein. Man bekommt neben dem normalen Lehrstoff viel mit über die verschiedenen Kulturen.

4.4 Bibliotheken
Es gibt verschiedene Bibliotheken an der doch recht großen Universität. Ich persönlich habe nur Bücher aus der Informatik-Bibliothek ausgeliehen. Ausleihzeit ist jeweils eine Woche. Liegt aber keine Reservierung vor, kann ohne weiteres verlängert werden (auch per Internet). In BWL-Bibliothek in Tafira und in der Bibliothek am Campus Obelisco in der Stadt habe ich jeweils nur genutzt, um (per WLAN/WiFi) ins Internet zu kommen.

4.5 EDV-Anlagen (Internet)
Es stehen an allen Fakultäten und Bibliotheken Rechner mit Zugang zum Internet zur Verfügung. Im Informatik-Gebäude braucht man jedoch einen extra Login zur Nutzung der Rechner. WLAN/WiFi-Zugang ist überall auf dem Uni-Gelände möglich.

4.6 Essen an der Uni
Es gibt viele kleine Cafeterias, in denen man eigentlich alles (teuer) kaufen kann. Es gibt die Platos Combinados für ca. 3,50 € oder das Tagesmenü mit Vorspeise / Hauptmenü / Nachtisch und Getränk für 4 bis 4,50 € je nach Cafeteria. Empfehlen kann ich die Jura-Cafeteria, die Architectura-Cafeteria und evtl. noch die Informatik-Cafeteria. Als kleinen Kaffee kann man sich entweder gut einen kleinen „Leche y leche“ oder einen normalen „Cortado“ für jeweils 50 Cent bestellen.

4.7 Sport und andere Freizeitangebote
Die Uni bietet ein ziemlich umfangreiches Sportprogramm zu günstigen Preisen. Kurz nachdem das Semester begonnen hatte, konnte man sich für die Surfkurse im Sportzentrum (Servicios de Deporte und NICHT Sportfakultät) der Uni in Tafira anmelden. Es gibt 4 Surfkurse jeweils á 10 Personen im Monat. (Mo+Mi 10-12 Uhr, Mo+Mi 16-18 Uhr, Di+Do 10-12 Uhr, Di+Do 16-18 Uhr) Wer zuerst kommt, malt zuerst, aber die Nachfrage war gar nicht so riesig. Ich hatte mir gleich ein eigenes Brett gekauft und habe gar keinen Kurs mitgemacht.
Neben den Surfkursen gibt es aber natürlich auch noch alle anderen möglichen Sportkurse, die sich alle in einem während der Welcome Week ausgeteilten Programmheft wieder finden lassen.

4.8 Studentenrabatte
Mit dem Studentenausweis der Universität bekommt man auf der Insel verschiedene Rabatte, u. a. zum Beispiel vergünstigten Eintritt während der Woche im Kino im Einkaufszentrum Muelle.


5 Kontaktmöglichkeiten
5.1 Innerhalb der Hochschule
Es lohnt sich, regelmäßig die Kurse zu besuchen, um nette spanische Kommilitonen kennen zu lernen und nicht nur auf die Erasmus-Leute, die man schon während der Welcome Week schnell kennen lernt, beschränkt zu sein.
Über einen Aushang zu einem Sprachtandem Deutsch-Spanisch an den verschiedenen Pinnwänden kann man natürlich noch weitere nette Leute kennen lernen und sein Spanisch voranbringen.
Des Weiteren bieten die Sportkurse und Veranstaltungen der verschiedenen Fakultäten gute Kontaktmöglichkeiten, z.B. die regelmäßigen Asaderos (Grillfeste in den Bergen).

5.2 Außerhalb der Hochschule
Strand, Bars und Discos bieten gute Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit anderen Leuten. Die Erasmus-Leute waren vor allem in der Six Bar, in der es neben einem Kicker auch kostenlosen WiFi-Zugang gibt, anzutreffen.


6 Was man gesehen und getan haben sollte
6.1 Sehenswertes in Las Palmas
In Las Palmas gibt es die recht sehenswerte Altstadt (Vegueta) mit Kirchen und Gebäuden aus der Zeit des Kolumbus. In der Triana gibt es eine schöne Fußgängerzone mit reichlich Einkaufsmöglichkeiten.

6.2 Ausflüge
Insgesamt bietet die Insel nicht so viele spezielle Attraktionen. Wanderungen durch die vielfältige Natur und ein paar Ausflugsziele sind aber sehr interessant. Sehr sehenswert ist der „Pico de Badama“, von dort hat man eine sensationelle Aussicht über die grüne Insel und in den Krater des vor ca. 3000 Jahren das letzte Mal aktiven Vulkans. In Arucas kann man die Rumfabrik des Inselrums „Arehucas“ wochentags bis 13 Uhr kostenlos besichtigen und auch die verschiedenen Rumsorten kosten. Die Stadt hat außerdem eine schöne Kathedrale und eine ganz nette Altstadt / Fußgängerzone. Die Strände im Touri-Süden und die Dünen von Maspalomas sind zwar sehr schön, aber es nervt einen schnell, nur unter Deutschen und Engländern zu sein. Das Wetter ist hier allerdings fast durchgängig super, auch, wenn es im Norden bewölkt ist. Mit der Buslinie 30 geht’s für 5,50 € vom Busbahnhof San Telmo in Las Palmas in ca. einer Stunde bis zum Faro de Maspalomas.
Wir haben mit kanarischen Freunden eine Wanderung im Gebirge gemacht, vorbei an Höhlen der Ureinwohner und Wasserfällen. Dabei sind wir keinem festen Pfad gefolgt, sondern haben uns unseren Weg durch die Wildnis selbst gesucht. Das war wirklich klasse, würde ich aber nur zusammen mit Einheimischen empfehlen. Rausgekommen sind wir schlussendlich bei einem Aussichtspunkt, von dem man eine tolle Aussicht auf verschiedene Felsformationen (u.a. Roque Nublo). In Pozo Izquierdo gibt es einen per Auto erreichbaren Windsurf-Spot, wo täglich super Windverhältnisse herrschen und die Profi-Surfer ihre Loopings drehen. Im Norden gibt es in der Nähe von Faro de Sardina ein Naturschwimmbecken, was bei gutem Wetter einen Ausflug wert sein kann. Den in allen Reiseführen angepriesenen „Dedo de Dios“ in Puerto de las Nieves gibt es nicht mehr, auch wenn alle Schilder dazu in dem Ort noch stehen. Der „Finger Gottes“ ist bei einem Sturm 2006 in Meer gestürzt.

6.3 Öffentliche Verkehrsmittel
Man kommt eigentlich überall mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin. In Las Palmas fahren die gelben Guaguas Municipales. Es empfiehlt sich, 10er-Karten (Bobo fácil) für momentan 5,80 € an Kiosken zu kaufen. Diese Karte stempelt man jeweils im Automaten vorne im Bus ab, egal wohin die Reise geht. Die Linie 25 fährt hoch zum Campus nach Tafira. Leider muss man auf die Busse häufig recht lange warten und dann kommen plötzlich mehrere Busse der gleichen Linie um die Ecke, feste Fahrpläne gibt es nicht.
Außerdem gibt es das Busunternehmen Global mit türkis-blauen Bussen. Diese Busse nutzt man für weitere Reisen über die Insel. Mit dem Kauf einer „Tarjeta Insular“ kann man 20% pro Fahrt sparen. Die Busse sind recht komfortabel und fahren i. d. R. nach Fahrplan.

6.4 Fortbewegungsmöglichkeiten zwischen den Inseln
Zu den anderen Inseln kommt man entweder per Schiff (Infos unter http://www.navieraarmas.es oder http://www.fredolsen.es) oder per Flugzeug (Infos im Reisebüro vor Ort). Man kann zusätzliche Prozente bekommen, wenn man als Einwohner in Las Palmas gemeldet ist. Während der gesamten Anmeldeprozedur sollte man immer reichlich Kopien von Personalausweis, Reisepass, Versicherungskarte, Mietvertrag und den später erlangten Dokumenten dabei haben.
Bei der Polizei-Station bekommt man den N.I.E., die „numero de identificación de extranjeros“. Dazu benötigt man Kopien vom Reisepass und muss ein Formular vor Ort ausfüllen (und danach selbst kopieren gehen!!!). Nachdem alles abgegeben ist, ist die Wartezeit etwa eine Woche.
Im Rathaus (Ajuntamiento) bekommt man mit N.I.E. und Mietvertrag eine Einwohner-Bescheinigung (residencia) und muss zusätzlich den „Certificado de Viaje“ beantragen. Das kann man nach 3 Tagen dann abholen, ganz viele Kopien von machen und fortan für vergünstigtes Reisen verwenden. Ob das Ganze den Aufwand lohnt, muss man selbst entscheiden.


7 Verhaltenshinweise
Generell sind die Spanier etwas lockerer als die Deutschen. Ein paar Unentspannte Zeitgenossen gibt es aber auch hier, also lieber ein bisschen zurückhaltender Verhalten, als gleich unangenehm als störender Guiri (~Touri] aufzufallen.
Alkohol trinken auf der Strasse ist in Las Palmas streng verboten und wird mit Ausnahme von Straßenfesten streng mit Geldbussen geahndet. Auch Umweltsünden werden ungern gesehen; Las Palmas ist insgesamt eine sehr saubere Stadt, vor allem der Strand-Bereich kann sich zeigen lassen.


8 Geld
8.1 Geldautomaten
Es gibt ein paar Filialen der Deutschen Bank in Las Palmas, wo nur Deutsche Bank-Kunden kostenlos Geld ziehen können. Die Cash-Group gibt es im Ausland nicht. EC-Karten-Zahlungen sind nicht verbreitet, Miete und Einkäufe werden i. d. R. in bar gezahlt. Ansonsten zahlt man an allen Bankautomaten 4 € Gebühr pro Abhebung.

8.2 Konto bei einer spanischen Bank
Ich habe für meinen Aufenthalt ein kostenloses Giro-Konto bei der „Caja de Canarias“ gehabt. Die Beantragung (mit Ausweis/Pass, N.I.E. und Einwohner-Bescheinigung) war recht einfach. So konnte ich mir immer Geld aufs spanische Konto überweisen und an den zahlreichen Automaten (sogar in der Uni) abheben. Auch die Kündigung hinterher war eine Sache von Minuten.

8.3 Kriminalität
Insgesamt ist Las Palmas eine recht friedfertige Stadt. Natürlich sind Touristen überall auf der Welt leichte Opfer für Taschendiebstahl etc. Ein Engländer konnte mit einer grandiosen Story über seine verlorene Kreditkarte einen Großteil der Erasmus-Studenten dazu bewegen, ihm Geld zu leihen. Trotz großartiger Versprechungen hat natürlich niemand sein Geld wieder gesehen. Ich durfte zudem die großartige Erfahrung machen, nachts auf der Straße „ausgeraubt“ zu werden. Ein Typ (wie auf der Reeperbahn typisch) wollte mich auf meiner Rückkehr von der Disco dazu bewegen, in eine andere Tanzbar zu gehen. Er erzählte mir, wie toll die Chicas drinnen tanzen, machte mir das Ganze vor und tanzte mich plötzlich an. Tja, und plötzlich war mein Portemonnaie weg. Er bestritt natürlich, es zu haben und machte einen auf extrem seriös. Naja, 5 Sekunden später hatte ich dann seins in der Hand und wir konnten uns schließlich auf einen Austausch einigen, leider war in meinem Portemonnaie kein Geld mehr, das hatte sein Komplize, der hinter ihm am Bankautomaten stand, zwischenzeitlich rausgenommen. Normalerweise ist das aber alles kein Problem und vor allem der Strandbereich Las Canteras ist sehr gut von der Polizei überwacht.



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Adam Dubielecki
 
Beiträge: 46
Registriert: Di 20. Nov 2007, 13:34
Hochschule: FH Nordakademie in Elmshorn
Auslandssemester in: Cape Town
Auslandssemester an: University of Cape Town

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