Dieser Erfahrungsbericht soll den zukünftigen Studenten, die ein Semester in den USA an der Northeastern University (NEU) verbringen wollen, helfen, sich gut auf den Sprung über den großen Teich vorzubereiten.
Vorbereitung
TOEFL-Test
Die Northeastern University verlangt wie auch andere Universitäten in den USA einen Nachweis über die Beherrschung der englischen Sprache. Dies geschieht über den so genannten TOEFL (test of english as a foreign language) Test. Die Testgebühr beträgt derzeit ca. $130.
Die Anmeldung für den Computer-basierten Test kann per Telefon, Fax oder Post bei folgender Institution in den Niederlanden erfolgen:
Prometric
CITOGROEP
P.O. Box 1109
6801 BC Arnhem
Telefon: 0031 26-352-1577
Fax: 0031 26-352-1278
E-Mail: registration@citogroep.nl
Es ist empfehlenswert, sich telefonisch anzumelden, da einem so nicht nur die genauen Testzeitpunkte, sondern gegebenenfalls auch Ausweichsorte und -termine mitgeteilt werden. Es ist ratsam, die Anmeldung bereits so früh wie möglich vorzunehmen, da manche Testcenter relativ häufig ausgebucht sind.
Versicherung
Als Auslandskrankenversicherung habe ich für den ADAC entschieden, der mir mit einem 4-monatigen Versicherungsschutz und Kosten von € 117 ein vergleichsweise günstiges Angebot unterbreitet hat.
Visum
Wenn man für mehr als 90 Tage in die USA reisen möchte, um eine weiterführende Schule oder Universität zu besuchen, benötigt man ein Visum.
Für den Visa Antrag ist das I-20 ein unerlässliches Formular. Dieses Formular bezieht man von der Universität. In diesem Zusammenhang empfehle ich, Kontakt mit David Enderlin (associate director of the International Student and Scholar Institute, d.enderlin@neu.edu) aufzunehmen. Er ist sehr hilfsbereit und schickt jedem Interessierten die notwendigen Unterlagen per Email zu.
Für ein Visum müssen folgende Unterlagen eingereicht werden:
- Ein gültiger Reisepass.
- Ein vollständig ausgefülltes und unterschriebenes Antragsformular DS-156, das man unter http://www.us-botschaft.de/germany-ger/ ... ulare.html herunterladen kann.
- männliche Antragsteller zwischen 16 und 45 müssen auch das Formular DS-157 einreichen.
- Zusätzlich das Formular DS-158 (Informationen über Kontaktpersonen und den beruflichen Hintergrund) einreichen.
- Ein neueres Passbild
- Nachweis Ihrer Absicht, die USA nach einem vorübergehenden Aufenthalt wieder zu verlassen.
- Einen Überweisungsbeleg über die Antragsgebühr (kann nicht zurückerstattet werden) mit dem Originalstempel der Bank. Diese Antragsgebühr ist auf folgendes Konto der Botschaft zu überweisen: Dresdner Bank AG Berlin, BLZ: 120 800 00, Konto Nr.: 40 512 576 00. Es werden weder Euroschecks noch Bargeld akzeptiert. Die Höhe der Gebühr beträgt $100.
- Einen adressierten, frankierten Rückumschlag, der groß genug für den Pass ist (kein Einschreiben).
Die Antragsunterlagen müssen persönlich in Berlin oder Frankfurt eingereicht werden.
Gepäck
Das Wetter in Boston war zu meiner Ankunft sommerlich warm, weshalb eine leichte Bekleidung für die ersten paar Wochen von Vorteil sein kann. Dennoch sollte man aber nicht vergessen, dass Boston auch berühmt für äußerst kalte Winter ist. So war ich wirklich froh, dass ich meine warme Winterbekleidung eingepackt habe, die mich dann in den Monaten November und Dezember vor dem Frieren bewahrt hat.
Zusätzlich habe ich noch genügend Sportbekleidung eingepackt, da ich von dem zur Universität zugehörigen gigantischen Fitnessstudio wusste, welches ich dann auch oft besucht habe.
Anreise
Ich selbst bin mit der Lufthansa von Hamburg über Frankfurt nach Boston geflogen. Dies ist jedoch meiner Meinung nach nicht die günstigste Reisemöglichkeit. British Airways bietet laut meinen Informationen weit aus günstigere Flüge an. Deshalb sollte man sich rechtzeitig bei http://www.statravel.de informieren. Als ich in Boston angekommen bin, wurde ich von einem Shuttle Service zu meinem Hotel gefahren. Dieser Service war kostenlos und im Angebot des Hotels enthalten. Die Entscheidung, in ein Hotel zu gehen, ist nicht zwingend. Man kann auch eine weit aus günstigere Unterkunft finden, wie z.B. das YMCA, eine Jugendherberge, die direkt neben der Universität gelegen ist. Eine Fahrt mit dem Taxi vom Logan Airport bis zum YMCA sollte ca. $20 kosten. Hat man sich dann für eine kurzfristige Bleibe entschieden, kann das wohl aufregendste Unterfangen beginnen: Wohnungssuche.
Unterkunft und Verpflegung
Unterkunft
Kurz bevor das Semester in Boston beginnt, ist es besonders schwer, eine Wohnung für einen kurzfristigen Zeitraum von 3 - 4 Monaten zu finden. Sicherlich wäre es eine Erleichterung gewesen, wenn die Universität mir die Möglichkeit des on-campus-housing angeboten hätte. Dann wäre ich einfach in ein Zimmer auf dem Campus eingezogen und hätte mir die Mühe der Wohnungssuche ersparen können. Doch leider wurde mir dieses Angebot aus mir nicht ganz ersichtlichen Gründen nicht unterbreitet. Also war ich gezwungen, off-campus eine Bleibe zu suchen. Hierzu bietet einem das housing department der NEU entsprechende Informationen über nach Mitbewohnern suchende Studenten, Zimmer vermietende Privatpersonen oder Apartment-Vermittlungen. Das entscheidende Problem ist der kurze Zeitraum, weshalb die Apartment-Vermittlungen nur sehr wenige „short-term-leasing“-Angebote zur Verfügung hatten. Durch Zufall bin ich dann in meinem Hotel auf eine Broschüre für Wohnungssuchende mit „short-term-leasing“-Angeboten in und um Boston gestoßen. Auf diese Weise bin ich auch zum aller ersten Mal mit den astronomisch hohen Wohnungspreisen in Kontakt gekommen. $1000 aufwärts für ein Studio haben mich zunächst sehr stark abgeschreckt. Doch ich begriff sehr schnell, dass ich mich auf dieses Preisniveau einstellen musste, wenn ich etwas Brauchbares in der Nähe der Universität finden wollte. Nach einer Vielzahl fehlgeschlagener Versuche habe ich dann schließlich eine Apartment-Vermittlung gefunden, die für einen Zeitraum von drei Monaten ein unmöbliertes one-bedroom Apartment vermieten konnte, welches eine Meile von der NEU entfernt gelegen war. Die fehlenden Möbel habe ich dann zusätzlich noch bei einer „rental-furniture-company“ für drei Monate zum Studentenpreis mieten können. Ich war froh, dass ich etwas gefunden hatte, so dass nach meinem Einzug und dem Anliefern der gemieteten Möbel, der große Wohnungsputz beginnen konnte. Dieser war in meinem Fall auch bitter nötig, da die Wohnung in einem - hygienisch betrachtet - suboptimalen Zustand war.
Verpflegung
Genau wie die gesamten Vereinigten Staaten verfügt die Mensa der Universität auch über eine Vielzahl an Fast Food Restaurants, wie z.B. Pizza Hut oder Wendys. Sicherlich ist eine dauerhafte Ernährung in dieser Weise nicht unbedingt der Gesundheit förderlich, so dass ich grundsätzlich mein Essen selbst zubereitet habe. Dafür gibt es natürlich auch genügend Einkaufsmöglichkeiten. Ich war während meines gesamten Aufenthalts Stammkunde von Shaws, ein Supermarkt, der über ein umfangreiches Sortiment an Lebensmitteln, Reinigungsutensilien und Haushaltswaren verfügt. Wichtig ist an dieser Stelle, dass man sich unbedingt die Shaws-Card an der Kasse des Supermarktes aushändigen lässt. Mit der Shaws-Card kann man nämlich vergünstigte Angebote wahrnehmen („buy two - get one free“). Diese Karte muss dann bei jedem Einkauf bei Shaws an der Kasse vorgezeigt werden. Das Angeben von Namen und Adresse reicht, um die Karte zu erhalten.
Hochschule
Lehrveranstaltungen
Ich habe die School of Professionals and Continuing Studies (SPCS -> http://www.ace.neu.edu/ ) besucht, eine Schule an der vorwiegend Abendkurse für die arbeitende Bevölkerung der USA angeboten werden. Die Kurse sind günstiger als die regulären Veranstaltungen eines Vollzeitstudiums. Ich war der Jüngste in den Vorlesungen, so dass ein Zusammenkommen mit Gleichaltrigen über den Unterricht generell eher unwahrscheinlich ist.
Grundsätzlich muss man an insgesamt 4 Lehrveranstaltungen teilnehmen, um die notwendigen 12 Credits zu erhalten. Man kann jedoch auch durch entsprechende Ausnahmeregelungen eine geringere Kurszahl belegen. Dabei steht einem eine Vielzahl an Kursen als Auswahl zur Verfügung. Ich habe insgesamt drei Kurse an der NEU besucht:
- Visual Basic,
- Web-Developement with Macromedia Dreamweaver
- Business Law.
Sport und andere Freizeitangebote
Die NEU verfügt über ein eigenes kolossales Fitnessstudio, welches man als Student mit einem Beitrag von $10 das gesamte Semester über nutzen kann. Es gibt darüber hinaus auch genügend Sportbegeisterte, die im Hochschulintranet Partner für ihre jeweilige Sportart suchen. Ich habe es dann auch geschafft, mit einer netten jungen Dame, die ursprünglich aus New York kommt, ein paar Mal Tennis zu spielen.
Eines der wichtigsten Elemente des Auslandsaufenthalts ist der Kontakt zu anderen internationalen Studenten. Dieser wird vor allen Dingen durch die angebotenen Veranstaltungen des ISSI (International Student & Scholar Institute -> http://www.issi.neu.edu/ ) gewährleistet. Hier kann ich nur jedem empfehlen, sich für sämtliche Aktionen, die bereits vor Semesterstart bekannt gegeben werden, anzumelden. Auf diese Weise lernt man unzählige internationale Studenten kennen und gewinnt auch bei längeren Gesprächen Einblick in deren Kultur, was für mich immer sehr interrasant war.
An folgenden Veranstaltungen habe ich teilgenommen:
- Walking Tour of Historic Boston
- Midnight Cruise to Boston Harbour (sehr empfehlenswert)
- Halloween in Salem
- A Whirlwind Wondrous Weekend in Washington, DC (sehr empfehlenswert)
Was man gesehen und getan haben sollte
Öffentliche Verkehrsmittel
Für eine Erkundung Bostons ist die sogenannte T (Subway) das am Besten geeignete Verkehrsmittel. Eine Fahrt kostet $1.25 und solange man den durch Drehkreuze abgegrenzten Bahnbereich nicht verlässt, erreicht man mit $1.25 die interessantesten Sehenswürdigkeiten in Boston. Da mein Appartement ca. 1 Meile von der Universität entfernt war und es keine Bahnverbindung von meinem Bezirk zur Northeastern T-Station gab, habe ich mir bei Amazon für $80 ein Fahrrad gekauft, welches mir über den gesamten Zeitraum meines Aufenthalts treue Dienste geleistet hat.
Fortbewegungsmöglichkeiten innerhalb des Landes
Ein Aufenthalt in den USA ohne einen Road Trip zu unternehmen ist sicherlich nicht erwähnenswert. Das Auto ist und bleibt das Fortbewegungsmittel Nummer Eins, bedeutet Unabhängigkeit und ermöglicht die aufregende Erkundung des Landes. Deshalb haben ich und Dennis (WINF vom Boston College) einen 10 Tage dauernden Road Trip durch die USA unternommen.
Verhaltenshinweise
Grundsätzlich ist Aufgeschlossenheit in den USA der Schlüssel zur Kontaktherstellung. Die Amerikaner sind sehr hilfsbereit, weshalb einem Fragen stellen stets weiterhelfen kann. Auch wenn der Vorwurf der Oberflächlichkeit besteht, halte ich den alltäglichen Umgang in den USA für sehr viel besser als hierzulande. Auf diese Weise fühlt man sich relativ schnell wohl und gewöhnt sich schnell an den „American way of life“.
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